Wenn Wahnsinn genial wird – Contracult by Circus of Fools

Was ist eine bessere Art, um das Jahr zu beenden, als sich einer wirklich verrückten Truppe anzunehmen? Für mich war es daher eine besondere Ehre und Freude wieder vorab Zugang zu dem neuen Mini-Album namens Contracult der verrückt-genialen Künstlertruppe CIRCUS OF FOOLS zu haben (Vielen Dank dafür, auch an Bleeding Nose Records!). Sie sind wohl das beste Beispiel dafür, dass am Rande jeden Verstandes auch immer der Wahnsinn kratzt.

Das auf lediglich 518 CDs limitierte Album ist ein wahrer Genuss für alle, die abseits des herkömmlichen „Metal-Mainstreams“ auf der Suche nach einsichtiger, zeitkritischer Musik sind. Contracult wird am 10.01.2020 erscheinen und auf einer folgenden Tour mit ERDLING die Bühnen Deutschlands beehren wird.

Cover des kommenden Mini-Albums „Contracult“ (Bild zur Verfügung gestellt durch Circus of Fools/Bleeding Nose Records)

Nun aber zum Wesentlichen:

Lyrics

Für mich, sind die Lyrics das Rückgrat eines jeden Albums und jeden Songs. In der Vergangenheit haben Circus of Fools hier vor allem durch zeitkritische und punktgenaue Realitätsanalysen ihren Intellekt bewiesen. Dies ist zwar nicht unmittelbar in dem vorliegenden Album der Fall, jedoch wird der geneigte Hörer die ein oder andere Referenz finden.

Unabhängig davon, ob man einen kritischen Aspekt braucht, sind die Lyrics auf diesem Album für mich sehr poetisch formuliert und sind voneinander inhaltlich sehr differenziert. Dem Hörer wird so eine sehr breite imaginäre Welt geöffnet. Beim Hören musste ich mir eine große Zirkus-Manege vorstellen und ebenso, wie es die großen, hell beleuchteten Stellen innerhalb dieser Manege gibt, so gibt es auch die dunklen Abgründe hinter dem Vorhang.

Auch wenn es bei den Lyrics keinen thematischen roten Faden gibt, passen die einzelnen Songs untereinander doch sehr gut zu einander und sind einfach sehr gut gelungen.

Mein persönliches Highlight waren und sind die griechischen Textzeilen im Song Eris – To the Fairest One. Ich hab zwar keinen blassen Schimmer, was sie bedeuten, aber schon allein der Umstand, dass sie eingebaut wurden, hat mich komplett überrascht! 

Gesang

Normalerweise würde ich im geschriebenen keine weiteren expliziten Worte zum Gesang verlieren. Hier will ich aber eine Ausnahme machen.

Im Vergleich zum letzten Album hat die Gesangsdoppelspitze um Carolin Saia und Tim Strouken sich für mich enorm verbessert!

Zum Einen muss man hier feststellen, dass die Parts wirklich passend aufgeteilt sind und es über ein bloßes „Du machst die Strophen, ich den Chorus“ hinaus geht. Man hat sich hier wirklich dezidierte Gedanken gemacht, wie man die Stimmen der beiden gekonnt in Szene setzen kann, um den bestmöglichen Einklang zu erzeugen. 

Im Vergleich zu ihrem letzten Album hat die Band sich hier deutlich weiter entwickelt!

Musik

Musikalisch sind Circus of Fools alles andere als Standard – und das gewollt!

So ist es kein Wunder, dass sie auch mit ihrem musikalischem Schaffen stets die eigenen Grenzen neu austesten. Mich hat genau das mitgerissen: Man findet einerseits klassische Melodic-Death-Songs und im nächsten Song wird ein melancholischer Goth-Song durch eine gefühlvolle Viola eingeleitet. 

Dies ist in Contracult auch der Fall. In dem Moment, in dem man denkt, man wüsste, was einen erwartet, kommt die Band mit einer kompletten Stilwende daher! 

Ähnlich, wie beim Gesang, hat man hier einen gelungenen Einklang zwischen harten und sanften Parts gefunden. Die Band legt dabei eine so professionelle Art und Weise an den Tag, dass man denken könnte, sie wären schon beim 10. Album!

Besonders gelungen sind, meiner Meinung nach, die Einsätze des COPPELIUS-Klarinettisten Le Comte Caspar: Im Intro zu dem 5. Song Daughters of the Occult etwa verleiht er dem Song einen gänsehautbeschwörenden Touch, bevor ein mächtiger Drop inklusive Viola und beiden Sängern folgt. 

Auf mich wirkt die gesamte musikalische Ausarbeitung hoch spannend und sehr detail verliebt. Was wir hier zu hören bekommen ist wirklich großes Kino, für das ich keine negativen Worte finden kann, weil es mich einfach so begeistert hat. Und um mal ganz ehrlich zu sein: Ich hab mich richtig genial gefühlt, dass ich dazu jetzt schon Zugang hatte und es laut durch meine Wohnung schallen lassen durfte! Wenn die Clowns hier ihren Weg beibehalten, werden die kleinen Bühnen Deutschlands schon bald absolut nicht mehr reichen!

Neugierig geworden? Contracult ist als Pre-Order hier erhältlich:

https://circusoffools.bandcamp.com/album/contracult

CIRCUS OF FOOLS sind:

Carolin Saia – Vocals

Tim Strouken – Vocals, Keys, Programmings

Coen Strouken – Viola, E-Viola

Dominik Bolter – Guitars

Julian Langer – Guitars

Yannick Ninkov – Basses

Nico Staller – Drums, Programmings

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