The Last Knight – Das beste Serenity-Album bisher?

Band: Serenity

Album: The Last Knight

Genre: Power Metal

Spiellänge: 47:17

Release: 31.01.2020 (Napalm Records)

Cover „The Last Knight“

English Version: https://shieldmaidensvoice.com/2020/02/03/the-last-knight-the-best-serenity-album-so-far/

Was sollte ein gutes Power-Metal-Album haben? Für mich braucht ein solches neben eingängigen Melodien und epischen Texten auch vor allem eine gewisse „Cohesiveness“, also einen Zusammenhalt bzw. eine Zusammengehörigkeit der Songs untereinander.

Ein Paradebeispiel präsentierten Serenity am letzten Freitag mit ihrem neuen Album The Last Knight. Das insgesamt 12 Songs umfassende Album setzt sich inhaltlich mit dem Leben und Wirken Maximilians I. aus dem Hause Habsburg, auch „der letzte Ritter“ genannt, auseinander.

In typischer Serenity-Manier wurden hier historische Ereignisse in ein dramatisches Musikkleid gehüllt, das gefühlsmäßig, zumindest bei mir, keine Bedürfnisse offen lässt. Besonderes Highlight, bevor wir zur Musik übergehen, ist für mich schon allein das Layout der CD, das ganz in Blau/Silber gehalten ist und einfach nur edel aussieht! Freunde eines guten Designs haben hier schonmal viel gewonnen.

Beim ersten Anspielen fällt sofort das epische Intro The Last Knight auf, das in seiner Machart durchaus auch vor einer Schlachtszene in Herr der Ringe hätte stehen können. Der Übergang zum zweiten Song Invictus ist dabei nahtlos und eh man sich versieht wird man in einen dynamischen Song hineingezogen, der trotz etwas härterer Gitarren enorm zum Mitsingen einlädt. In seiner Machart erinnert mich der Song stellenweise ein bisschen an einige Songs von Gloryhammer.

An vierter Stelle des Albums findet sich dann auch schon mein zweitliebster Song des Albums mit dem Titel Keeper of the Knights, der vor allem durch seinen enorm eingängigen Chorus überzeugt. Die wohlplatzierten Backing Vocals bzw. Chöre unterstützen die gut konstruierten Tempobögen auf eine nahezu perfekte Weise und machen den Song schon richtig hitverdächtig!

Das absolute Highlight für mich auf dem Album ist allerdings der Song Queen of Avalon. Textlich eher kurz gehalten, ist es doch der Song, der für mich am besten das musikalische Fortschreiten Serenitys am Besten zeigt. Die Ohrwurm-verursachende Melodie wird von starken Gitarren und kräftigen, abwechslungsreichen Vocals begleitet. Nach Hören dieses Songs war ich bereit in die Schlacht zu ziehen – egal für wen! Dem Vorgängeralbum Lionheart hat so ein Song definitiv gefehlt und wenn ich jemanden einen Anspieltipp für dieses Album geben müsste, so wäre es ohne Frage Queen of Avalon

Im Gesamtaufbau des Albums folgt nach Queen of Avalon eine Zäsur, da diesem Song die Ballade My Farewell nachgestellt ist. Ich persönlich hätte auf eine Ballade auch gänzlich verzichten können, aber in dem Themenkomplex bezüglich Maximilians I. darf eine Auseinandersetzung mit dem frühen Tod Marias von Burgund, der Ehefrau Maximilians, nach nur fünf Jahren Ehe nicht fehlen. Ich kann natürlich nicht mit Sicherheit sagen, dass das der beabsichtigte Hintergrund ist, aber es macht für mich durchaus Sinn, wenn man bedenkt, wie tief Maximilian vom Tod seiner Frau getroffen wurde. [Edit, 04.02.2020: Nach dem Anschauen des kurzen Track-by-Track-Videos zu diesem Song, kann ich sagen, dass meine Hypothese stimmt und es tatsächlich um Maria von Burgund geht.]

In Bezug auf die Dynamik des Albums schaffen es Serenity uns aus der traurig-düsteren Stimmung mittels eines kriegerischen Songs mit dem Titel Down to Hell wieder abzuholen. Dieser ist auf der härteren Seite des Stilrepertoires der Band verortet und ist etwas für die, die in ihren Power-Metal-Songs lange Gitarrensoli brauchen.

Ein besonderes „Schmankerl“ zum Abschluss ist dann das Duett von Georg mit Oliver Hartmann in der Akustik-Version von Souls and Sin.

Zusammenfassend haben Serenity hier ein Album präsentiert, in dem sie zeigen, dass man sich kontinuierlich weiterentwickeln kann, ohne sich zu verlieren. Das Album ist in sich enorm stimmig und im Kanon der letzten Alben definitiv mein Favorit. Am Ende des ersten Durchhörens war ich schon ziemlich traurig, dass ich es nicht schaffen werde einen Termin der beiden anstehenden Touren zu besuchen, denn ich bin mir sicher, dass dort noch mehr Power präsentiert werden wird. Von mir daher absolutes Daumen hoch!

Serenity sind:

Georg Neuhauser (Vocals)

Andreas Schipflinger (Drums, Vocals)

Chris Hermsdörfer (Guitars, Vocals, Growls)

Fabio D’Amore (Bass Guitar, Vocals)

1 Kommentar zu „The Last Knight – Das beste Serenity-Album bisher?

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