Asylum, Eine Review- Behind The Scenes bei CHAOSBAY (Teil 3)

Band: CHAOSBAY

Album: Asylum

Genre: Progressive Metal

Spiellänge: 41:24

Release: 18.09.2020 (via Timezone Records)

Das Album kann hier bestellt werden.

Das Album ist mir im Vorfeld durch CHAOSBAY zur Verfügung gestellt worden. Danke dafür!

Die Bandbilder stammen, wie immer, von der famosen lightinmirror.de!

Coverartwork für Asylum by Franceso De Luca

You can access the English version of this review here.

Der langerwartete Release des Albums Asylum der Prog-Metal-Band CHAOSBAY ist nur noch etwa eine Woche entfernt und wer dem Blog im Vorfeld gefolgt ist, hat schon einiges über das Album erfahren können. Den Abschluss soll nun das Album selbst bilden.

Meine Erwartungen an dieses Album waren enorm hoch, sowohl auf inhaltlicher, wie auch auf musikalischer Ebene. Mein Anspruch, den ich an CHAOSBAY stelle, ist der von eingängigen, aber innovativen Melodien und einem stringenten thematischen Überbau.

In diesem Kontext sind meine Erwartungen teilweise sogar übertroffen worden.

Das Album beginnt mit dem Opener Enjoy The Rise, einem Song der durch ein etwa vierzigsekündiges Intro die Spannung auf den einsetzenden Gesang gut steigern bzw. herbeiführen kann, bevor der Gesang letztlich in hartes Growling umschlägt, das durch tiefe Gitarren begleitet wird. Insgesamt ist der Song für mich kein Favorit unter den CHAOSBAY-Songs, aber als Opener ist er gut gewählt, da er gut auf die Energie des zweiten Songs Amen, zu dem ich mich ja schon ausführlich geäußert habe, vorbereitet.

Die Erste Überraschung des Albums für mich war dann der Song Mediterranean, zu dem auch kürzlich ein Musik-Video veröffentlicht worden ist.

In brutalen Vocals wird hier die inhaltliche Dramatik der Lyrics hervorragend akzentuiert, die dann im Chorus durch fast schon verzweifelt klingende Clean-Vocals ersetzt werden.

Hier zeigt sich schon, was diese Band ausmacht: Neben dem meinerseits viel gelobten Melodie-Verlauf, merkt man, dass diese Band miteinander und nicht gegeneinander spielt. Die technisch versierten Gitarren-Soli passen perfekt zu den komplexen Drums und der Bass setzt gekonnt Akzente. Besonders eindrucksvoll finde ich hier die Zeile „Only Rain is made in Heaven“, die man fast schon als modernes Gegenstück zu Nietzsches „Gott ist tot“ sehen könnte.

Der Übergang zum Song Nr. 4 namens D.O.A. (Code für Dead on Arrival) ist dann nahtlos und es hat im Hören für mich erst das Video zu Mediterranean gebraucht, um ihn wirklich wahrnehmen zu können. Dies kommt im Album auch sehr häufig vor, sodass das Album fast schon den Eindruck eines Longtracks erzeugt.

D.O.A. hat einen der, für mich, am besten gelungenen und auch eingängigsten Chorus auf dem ganzen Album, der ebenfalls wieder mit enorm gefühlvollen Vocals ausgestaltet ist.

Hier wird auch gegen Ende noch der Chorus aus Amen aufgegriffen und sozusagen „wiederverwendet“, jedoch in leicht anderem musikalischen Gewand, sodass die Themenwiederholung nicht sofort auffällt.

Alexander Langner & Matthias Heising, CHAOSBAY, Pic by lightinmirror.de

Was folgt ist der fulminante Einstieg in meinen persönlichen Lieblingssong des Album: Limbus Inn. Der Song hatte mir schon in dem Video zur Studio Session gut gefallen und hat mich auf dem Album nur noch mehr begeistert. Ohne schon zu viel von den Texten vorweg nehmen zu wollen, muss ich hier doch mal die ersten beiden Zeilen des Chorus zitieren:

„Tell me if I’m free to die or if i’m condemned to live / Say do I have any rights in this cage that I am in“

Diese Zeilen sind für mich unheimlich nachhaltig im Kopf und ich denke, dass die Ohrwurm-Qualität den Zweck, nämlich das Lenken der Aufmerksamkeit auf die globale Flüchltingskrise, ein absolut passendes Mittel ist.

Hier zeigt sich auch (mal wieder), dass jeder in der Band sein Instrument beherrscht. Die Zeitpunkte für Ausbrüche aus der gespielten Melodie und Soli sind unheimlich passend gewählt und runden das Gesamtbild des Albums gekonnt ab.

Mir persönlich hätte an diesem Song der Übergang zum nächsten Song allerdings etwas kürzer sein können, da man sich schon ein bisschen erwischt bei dem Gedanken „Ok, wann gehts weiter?“.

Der Folgende Song Soldiers, der ja die erste Singleauskopplung war, hat es im Gesamteindruck des Albums meiner Ansicht nach etwas schwer. Es ist ein wunderschöner Song, der mir bei Veröffentlichung wirklich gut gefallen hat und auch nach wie vor häufig bei mir zu hören ist. Allerdings fühlt er sich für mich etwas fehl am Platz an. Wir kommen aus Limbus Inn mit so einem aufgeputschten Mind-Set, dass Soldiers uns trotz des langen Outros und des einstimmenden Intros nicht wirklich einfangen kann. Erst mit dem Gitarrensolo, also in der letzten Minute des Songs, kann ich mich wirklich auf die Stimmung einlassen… Meine Vermutung ist, dass Soldiers weit vor allen anderen Songs entstanden ist und dann die anderen Songs mit etwas Abstand geschrieben worden. 

Insgesamt ist es für den Gesamteindruck des Albums nicht schädlich und ein Ruhepol hat in einem Album auch seine Berechtigung, aber gerade im Hinblick auf den folgenden, doch sehr hart gestalteten Song Criminals & Sons hätte ich die Platzierung des Songs im Album nochmal überdacht.

Jan Listing & Patrick Bernath, CHAOSBAY, Pic by lightinmirror.de

Nun aber weiter im Text zum wahrscheinlich härtesten Song des Albums, zu dem ebenfalls eine Studio-Session gedreht wurde: Criminals & Sons.

Der Song zeichnet sich vor allem durch ein enorm geniales Gitarrensolo von SIMON KRAMER (SOULSPLITTER) und die harten Growl-Vocals aus. Für mich ist dies auch der härteste Song des Albums und auch der, der mich in seiner Komposition am meisten überrascht hat.

Allerdings wird hier die graduell aufgebaute Spannung ganz überraschend gebrochen und man wechselt von hartem Groll-Gesang mit entsprechender musikalischer Untermalung plötzlich zu einem ganz sanften Melodieverlauf, der mit der Zeile „Wade in the Water“ gen Ende des Liedes beginnt. Der plötzliche Drop ist für mich irgendwie nicht nachzuvollziehen und ich habe ein bisschen das Gefühl als Zuhörer in der Luft zu hängen. Das ist auch deshalb schade, weil der Song sonst echt gut gemacht ist.

Als Vorletztes wird dem Hörer mit The Lyin’ King ein ziemlich poppig wirkender Song präsentiert. Hier muss ich mal den gekonnten Übergang zur härteren Gangart hervorheben. War mir der Übergang im vorangegangen Song zu plötzlich, so ist der hier umso besser gelungen. Die Melodie spielt im Hintergrund weiter und wird dann von tiefen Gitarren abgelöst, während der Gesang ein fast schon garstiges Growling entgegengesetzt bekommt.

Den (krönenden) Abschluss bildet der Epilog Heavenly Island, der das „If there is a god“-Thema aus Amen aufgreift und weiterführt. Als Abschluss ist der Song nahezu perfekt, da er den Zuhörer zurück ins jetzt holt und nochmal verdeutlicht, was jetzt gerade aktuell schief läuft.

Insgesamt präsentieren uns CHAOSBAY hier ein fast perfektes Album, das trotz der ein oder anderen Mini-Schwäche schon jetzt zu meinen Favoriten in diesem Jahr gehört. Die Produktion ist kompakt und absolut genial gemacht. Das Album selbst strotzt nur so von potentiellen Ohrwürmern. Wenn ich ein wirklich großes Problem habe, dann, dass es nicht lang genug ist! 

Die Melodien sind abwechslungsreich und mächtig. Hammerharte Soli harmonieren hier perfekt mit einem diversen Gesang und insgesamt ist das eine musikalische Performance, die sich vor großen des Genres absolut nicht verstecken muss!

Absolute Kaufempfehlung meinerseits!

Tracklist:

  1. Enjoy the Rise
  2. Amen
  3. Mediterranean
  4. D.O.A.
  5. Limbus Inn
  6. Soldiers
  7. Criminals & Sons
  8. The Lyin’ King
  9. Heavenly Island (Epilog)
CHAOSBAY, Pic by lightinmirror.de

1 Kommentar zu „Asylum, Eine Review- Behind The Scenes bei CHAOSBAY (Teil 3)

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