Merseburg rockt! Merseburger Rocknacht Tag 1

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Unser heutige Story beginnt vor einigen Monaten in meiner Wohnung. Spektakulär, ich weiß! Mein Handy gab einen melodischen Ton von sich und leuchtete wegen einer Nachricht auf. Inhalt der Nachricht war ein Veranstaltungsplakat, das mit den Worten „Hast du davon schon gehört?“ unterschrieben war. (Real Talk: Hatte ich bis dahin nicht…)

Es war das Plakat der Merseburger Rocknacht, die am vergangen Wochenende stattfand. Ratet mal, wer dabei war! Richtig! Ich! So viel zum Thema „Manifestieren“!

Unterstützt wurde ich dieses Mal, wie eigentlich jedes Mal, von der fabelhaften lightinmirror.de!

STESY @Merseburger Rocknacht 2022; Pic by lightinmirror.de (c) 2022

Aber genug der genialen Einleitung, ihr seid hier für Content. Lasst uns also zu meinem Bericht zu Tag 1 übergehen!

Die Merseburger Rocknacht fand auf einem freien Areal neben der Rischmühlenhalle in Merseburg statt. Im Vorfeld war ich mir nicht sicher, ob es sich bei der Veranstaltung um ein Open Air handeln würde oder nicht, weil ich dazu absolut nichts gefunden habe… Klar, die Halle findet man im Internet, aber dass da so ein großes freies Areal existiert, war mir gänzlich unbekannt.

Umso besser aber, dass es draußen war, denn das Wetter war der Hammer! Als hätten die Metal-Götter auf alle Beteiligten herabgelächelt!

Laut Running-Order war am Freitag um 15:30 Einlass und um 16:00 Beginn. Aufgrund von Umständen, die mir unbekannt sind, wurde jedoch erst um 17:00 begonnen. Das war für diejenigen, die pünktlich da waren jetzt nicht unbedingt das Beste Szenario. Ich wäre auch enttäuscht, wenn ich den Weg auf mich genommen und dann auf dem musikalisch Trockenen gelassen worden wäre.

Für mich persönlich war es nicht unbedingt das Problem, weil es mir Zeit verschafft hat, einen Überblick zu gewinnen und alles ein bisschen entspannter anzugehen. Nichtsdestotrotz sollte hier in Zukunft darauf geachtet werden, dass die Running-Order nicht zu einer unverbindlichen Zeitempfehlung mit Band-Vorschlag mutiert.

Apropos Bands: Was mit der verkorksten Zeitplanung am Freitag etwas vermasselt wurde, wurde im Line-Up rausgeholt! Es war ein (fast) purer Core-Tag, der einige Neuentdeckungen für mich bereithielt. Auch genial: Fast alle Bands, mit Ausnahme von STESY und PRO-PAIN stammten aus der Region!

Den wohl härtesten Job des Tages hatten die Österreicher von STESY. Auf dem großen Gelände hatten sich noch nicht allzu viele Menschen eingefunden und noch weniger hatten sich vor die Bühne postiert. Augenscheinlich hat dies der Gruppe aber keinen Abriss getan, denn die hatten richtig Spaß! Den musikalischen Stil möchte ich fast als ELECTRIC CALLBOY meets random Trance Music Compilation beschreiben… Hat mir mehr Spaß gemacht, als ich antizipiert hatte und hat mich daher auch echt abgeholt! Kann aber auch an dem Flachwitz im Set gelegen haben, für sowas hab ich ja generell eine Schwäche!

LETTERS SENT @Merseburger Rocknacht 2022; Pic by lightinmirror.de (c) 2022

Lokaler, aber nicht weniger gut ging es dann mit den Leipzigern von LETTERS SENT weiter. Die 40 Minuten Spielzeit wurden hier von Anfang an voll ausgenutzt und es gab keinen einzigen energielosen Moment. Im Gegensatz zu STESY war ihre Musik deutlich vom Nu-Metal der 2000er beeinflusst und war daher nicht ganz so humoristisch angehaucht. Die Kombi aus sehr rohen Shouts und ruhigeren Clean Vocals hat mir echt gefallen. Normalerweise höre ich solche Musik ja eigentlich nicht, aber ich hatte echt Spaß an dem Tag!

Etwas aus dem Raster fielen dagegen KILMINISTER. Die Hallenser, die sich ganz der MOTÖRHEAD-Legacy verschrieben haben, machen das mit einer Hingabe und Professionalität, die ich absolut bewundernswert finde! Würde ich keinen Alkohol trinken, ich hätte mich zwischendrin bestimmt gefragt, ob ich nicht schon zu viel hatte! Insbesondere deren Sänger sieht Lemmy einfach krass zum Verwechseln ähnlich!

Musikalisch kann ich mit MOTÖRHEAD leider nicht wirklich was anfangen, sodass ich auch nicht zur Zielgruppe dieser Band gehöre. Das Publikum fand es aber gut und man muss auch absolut den Hut davor ziehen, dass man es schafft Songs so zu covern, dass sie fast exakt wie das Original klingen!

Richtig krass fand ich dagegen den Auftritt von DAYS OF GRACE, einer Band aus Halle, die vor allem deshalb Spaß gemacht haben, weil ihre Musik nicht die große Show braucht, sondern für sich spricht. Die rauen Vocals gepaart mit aggressiv-komplementären Gitarren hat mich echt abgeholt. Als es dann noch ein bisschen Feuer-Einlage gab, war ich voll an Bord! Wie ich mir im Nachhinein habe sagen lassen, wusste die Band selbst nichts von dem geplanten Feuer. Insofern auch nice, dass die Band vollständig unbeschadet die Bühne verlassen konnte!

ANNISOKAY @Merseburger Rocknacht 2022; Pic by lightinmirror.de (c) 2022

Generell kann man ja auch nicht von lokalen (sprich: Hallenser Bands) sprechen, ohne nicht auch von ANNISOKAY zu sprechen, die sich an diesem Abend ebenfalls die Ehre gaben. Ich denke, meine Erwartungen waren hier sicherlich am Höchsten, weil ich von sehr vielen Leuten schon gehört habe, wie gut sie deren Live-Auftritte fanden. Gemessen an meinen Erwartungen fand ich den Auftritt echt gut. Mir gefallen nicht alle Songs von ANNISOKAY, aber sie haben alle gespielt die mir gefallen, insbesondere den aktuellsten Song Time. Im Rückblick auf den Abend empfand ich das Zusammenspiel aller Umstände, wie Instrumente, Auftreten und Backing Tracks definitiv am Stärksten.  

Als visuelle Unterstützung hatten sie auch zwei LED-Bildschirme auf der Bühne. Das war mir persönlich etwas zu viel, weil ich mich immer wieder dabei ertappt habe, dass ich zu fixiert auf die Bildschirme war. Auf größeren Bühnen kommt das bestimmt richtig gut, aber hier hat das für mich nicht so den Zweck erfüllt. Als Idee aber super, um bestimmte Songpassagen hervorzuheben. 

Im Nachhinein ist mir auch aufgefallen, dass weder ANNISOKAY noch irgendeine andere Band ein Backdrop aufgehängt haben. Sollte das an der Bühne gelegen haben, wovon ich mal ausgehe, weil ANNISOKAY bestimmt nicht ohne Backdrop angereist sind, dann muss man da beim nächsten Jahr sicherlich mal ein Auge drauf haben!

Zwar hatten ANNISOKAY ihren Auftritt mit dem Song STFU beendet, aber Ruhe war in Merseburg noch lange nicht! Als letzte Bastion traten nun PRO-PAIN auf den Plan. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon jegliches Zeitgefühl verloren und war auch schon echt müde! Aber damn… ich war nicht darauf vorbereitet so einen Abriss, wie bei PRO-PAIN zu erleben. Die amerikanische Band hat ihren Ruf und ihr Standing nicht von ungefähr und so war es auch kein Wunder, dass dieser Auftritt echt abging! Es war ein musikalisches IN YOUR FACE. Von Anfang bis Ende war das einfach 200%, was ich echt bewundere!

Und damit war der Abend dann auch schon besiegelt! Dank meiner Interviews, die euch hier in Kürze erwarten, war ich auch erst um 3 Zuhause…

Alles in allem hat mich am ersten Tag echt geflasht, was man mit purem Willen und einer Gruppe Freiwilliger alles erreichen kann, wenn man es nur will!

Bleibt also gespannt, was an Tag 2 in Merseburg passiert ist! Ich sag nur „Transformer“!

PRO-PAIN @Merseburger Rocknacht 2022; Pic by lightinmirror.de (c) 2022

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