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Es gibt Musik, zu der man sich einfach bewegen muss! Solche zu Musik zu machen, das ist die Mission der Partycore Band STESY. Mit Songs wie Yes Weekend! oder Shapeshifter haben sie sich in die Herzen einer (noch) kleinen, aber verschworenen Fangemeinde gespielt. Mit dem Auftritt von Sänger Chris bei The Voice of Germany und dem viralen Cover von We like to Party von den VENGABOYS konnten die Österreicher nochmal einige Menschen mehr für sich begeistern. Aktuell sind sie mit VENUES auf Tour. Grund genug also, Chris mal auf den Zahn zu fühlen und zu sehen, was er mir zu dem viralen Cover, dem anstehenden Jahr generell und zur Tour zu sagen hat!
Danke auch wieder an lightinmirror.de für die partytastischen Bilder!

Shieldmaiden’s Voice: Wenn du jemandem, der von Metal gar keine Ahnung hat, STESY erklären müsstest, was würdest du sagen?
Chris: Laute Gitarren, schnelles Schlagzeug und im Hintergrund sehr viel Techno-Gedudel. Wir sind lustig, machen Party ohne Ende, nur eben etwas härter als gewohnt!
SV: Euer Wahlspruch ist ja an sich auch „ All party, no clean vocals“ und 2024 war bei euch unheimlich viel los! Euer We like to Party Cover ist viral gegangen. Wie kommt ihr darauf, genau solche Lieder zu covern?
Chris: Das mit den Covern hat mit BLÜMCHEN angefangen. Das war so ein Fiebertraum von uns, den wir unbedingt umsetzen wollten. Live haben wir auch immer Sailor Moon gespielt, was immer gut angekommen ist. Irgendwann war es aber auch Zeit für etwas neues! Wir sind Kids der 90er, hören die Musik gerne und wir haben dann geschaut, von welchen Song es noch keine Metal-Cover gibt. Am Ende ist unsere Auswahl bei AQUA oder We like to Party stehen geblieben und irgendwie hat der VENGABOYS Song irgendwie mehr gefetzt. Wir wollen uns natürlich nicht nur auf Cover fixieren, aber We like to Party hat die 1 Million Streams auf Spotify geknackt und das ist ziemlich geil!
SV: Das ist ein krasser Erfolg, der ja unter anderem auch durch Plattformen wie TikTok zustande gekommen ist, wo ein großer Metal Influencer den Song auch geteilt hat. Welche Rolle spielt Social Media generell für euch als Band?
Chris: Social Media ist ein großes Ding. Bei der Menge an Musik, die derzeit existiert, ist es schwierig herauszustechen. Der einzige Weg, um die eigene Musik zu verbreiten, ist eben die Promotion über Social Media. Wir können nur von Glück reden, wenn Leute mit einer großen Fanbase uns unterstützen. Matt Bevan hat damals ein Video zu We like to Party gemacht, was viral gegangen ist und so werden Leute auf uns aufmerksam, die vorher keinen Plan hatten, dass wir überhaupt existieren! Social Media ist ein gutes Tool, um die Musik zu vielen Menschen zu bringen. Es ist viel Arbeit, die sich niemand wirklich machen oder antun möchte, außer man hat wirklich Lust darauf. Man will sich als Band lieber auf die Musik fokussieren und nicht Content für Social Media erstellen, aber mittlerweile kann man da als Band nicht mehr drauf verzichten. Wer es nicht nutzt, wird es wohl leider nicht außerhalb des eigenen Freundeskreises schaffen.
SV: Social Media ist eine Sache und vielleicht kommen wir da auch nochmal zum Thema BLÜMCHEN zurück: Bis vor kurzem warst du im Fernsehen bei The Voice of Germany zu sehen und hast dort einen ihrer Songs gesungen. Das wiederum ist auch sehr viral gegangen, selbst mein Friseur kannte das! Was hatte das bisher für einen Einfluss auf euch als Band? Habt ihr dadurch mehr Zuwachs bekommen?
Chris: Die Resonanz bei The Voice of Germany war mega! Das BLÜMCHEN Cover beruhte ja auf unseren eigenen Version. Ich hab denen quasi den STESY-Song geschickt und die haben das einfach nachgespielt. Somit haben viele danach auch unser Cover gefunden und für lustig befunden. Die Performance mit BLÜMCHEN selbst war auch einfach top!
In den Battles haben wir dann zu dritt Psychosocial von SLIPKNOT performt. Dafür hat uns die Metal Community vollkommen auseinandergenommen. Das ist gar nicht gut angekommen…
In den Teamfights habe ich dann Blue von EIFFEL 65 gesungen, da war die Resonanz wieder top. Da habe ich auch die meisten Follower auf meinem eigenen Instagramprofil gewinnen können und habe innerhalb von wenigen Monaten etwa 5.000 Follower generieren können. Davon konnte ich dann etwa 2.000 auf die Band abwälzen. Das waren diejenigen, die herausgefunden haben, dass ich auch noch etwas anderes mache. In der Hinsicht hat uns The Voice of Germany viel gebracht, was Social Media Traffic anbelangt. Viele Leute, die mich dort sympathisch fanden und mehr mit der Musik zu tun haben wollen, sind mir wirklich gefolgt und die kommen eben auch jetzt zur Tour. Es war auf diese Weise schon ein Gewinn! Ich habe mich bei The Voice schon mit dem Gedanken angemeldet, das man die Band vielleicht auch ein bisschen pushen kann. Dass es so gut wird und dass es so viel Spaß macht, hätte ich nicht erwartet! Es war eine tolle Zeit, aber es ist auch nicht so, dass wir nur dadurch bekannt geworden sind, dass ich bei The Voice war. Die Fanbase hat sich dadurch aber auf jeden Fall vergrößert.

SV: Mittlerweile seid ihr labeltechnisch bei Bleeding Nose untergekommen und habt am 13.12. euer Cover von Blue veröffentlicht. Wie sieht es da mit einem neuen Album aus?
Chris: Die erste Nummer vom neuen Album wird schon bald erscheinen und wir haben genau das weitergemacht, wofür wir stehen: für Party und für Spaß! Ich finde, unser kommendes Album ist sehr vielseitig geworden. Wir wollten nicht 10 Songs schreiben, die nach dem gleichen Schema aufgebaut sind und immer das Gleiche als Message haben, so wie wir das früher gemacht haben. Früher ging es hauptsächlich um das Saufen, solche Songs haben wir auch nach wie vor, aber wir sind etwas davon weggekommen und haben uns eher überlegt, was ein cooles Video wäre. Da sind dann dumme Worte in die Runde geworfen worden und alles ist irgendwie mal in Angriff genommen worden. Gerade unser Schlagzeuger Fuchsi erzählt ja sehr viel Blödsinn und wir haben alles versucht als Basis für neue Songs zu begreifen. Auf dem Album finden sich genau deswegen viele vielseitige Songs, sehr heftige Songs, lustige Songs und wir haben schon viele Musikvideos dazu abgedreht. Es erwartet euch auf jeden Fall Entertainment vom Feinsten, da bin ich mir sicher! Was ich auch dazu sagen kann, ist, dass ich The Voice ständig Vocal Coaching hatte und wenn ich nicht On Set war, habe ich in Wien das Album aufgenommen. Ich konnte also alles, was ich neu gelernt habe, gleich ins Album einfließen lassen. Somit sind die Vocals auch besser geworden und das macht es auch dynamischer. Ich habe das Album ja schon und ich kann es mir immer wieder anhören, ohne, dass es langweilig wird! Ich finde es immer noch super! Seid also gespannt!
SV: Ich finde es ein bisschen mies, dass du das Album schon hast und ich noch nicht!
Chris: Ich habe eben Kontakte!
SV: Es ist fast so als wärst du der Sänger dieser Band…
Chris: Es ist Wahnsinn, die Gerüchteküche brodelt da sehr… [wir lachen]
SV: Wenn wir das kommende Album mit dem davor vergleichen, was sind Dinge, die ihr verbessert habt? Also abgesehen von der Vocal Performance und dem veränderten Songwriting.
Chris: Wir sind mit dem modernen Sound definitiv näher gekommen. Wir sind tiefer gestimmt und dadurch hat es mehr Wumms. Früher hatten wir durch die Synthesizer etwas mehr Hilfe, was das Songwriting angeht und das schaffen wir jetzt auch komplett alleine. Mario, unser Gitarrist, ist da extrem gewachsen, was das angeht. Er ist ja auch unser Videograph und wenn wir eine Video-Idee hatten, dann wusste er auch ungefähr, wie das Lied klingen sollte, er hatte das irgendwie dann schon im Kopf. Er hat auch viel darauf geachtet, was momentan im Trend ist und was gut ankommt. Wir haben auf dieser Grundlage versucht etwas neues zu machen, aber ohne in die uralten Muster zu verfallen. Die Inspirationen kamen da wirklich von überall her. Ein Lied ist entstanden, weil mir jemand ein Meme geschickt hat! Ich hab es dann dem Mario geschickt und zwei Tage später hatte er schon die ersten Ideen fertig. Wenn man schon eine Idee für das Video hat, ist es für uns einfacher den Song zu schreiben. Andersherum müsste man ewig überlegen, wie das Video aussehen könnte. Man hat einfach eine Blaupause, auf dem man den Text lyrisch aufbauen und einen roten Faden verfolgen kann. Da macht das Schreiben auch einfach viel mehr Spaß, weil man ungefähr weiß, wie es dann später aussehen wird. Bei Alben ist es oft so, dass man sechs Songs hat, die top klingen, dann hat man drei oder vier, die eher naja sind und einen, den man einfach irgendwie auf das Album gebracht hat, damit man die zehn Lieder voll hat. Das ist bei uns gar nicht der Fall! Wir haben so viele lustige Ideen einfach nur cool umgesetzt und darauf kann man sich auf jeden Fall freuen. Zusammen mit unserem Produzenten Norbert Leitner haben wir viel zusammen gesessen und an unserem Sound gefeilt, bis wir an einem Punkt waren, an dem wir zufrieden waren. Uns war wichtig, dass es wirklich nach uns klingt und nicht nach einer Produktion, die man schon oft woanders gehört hat. Wir sind noch nicht an einem Punkt, wie etwa ALL THAT REMAINS, wo man schon am ersten Gitarrenton erkennt, wer hier spielt. Wir haben jetzt erstmal für uns einen Standard fixiert und hoffen, dass wir das auch komplett durchziehen können. Es wird auf jeden Fall sehr lustig!

SV: Ich finde, dass so ein „Signature Sound“ auch etwas ist, das sich über Jahre entwickeln und finden kann. Das ist aus meiner Sicht nicht so signifikant, wie es immer gemacht wird. Ihr habt jetzt auch noch nicht so viele Alben geschrieben, als dass man das jetzt von euch schon erwarten dürfte. Wichtiger ist das, was für euch jetzt gerade aktuell ist und zwar die Tour mit VENUES! Was sind da deine persönlichen Highlights?
Chris: Allein schon wegen meines Freundeskreises, den ich auf Wacken kennengelernt habe, werden wohl die nördlichen Städte gut! Hamburg mit der Reeperbahn ist ja was Legendäres, ich habe in der Osnabrücker Gegend viele Freunde, die zu ein paar Tourdaten kommen wollen. Generell wird, denke ich, jede Show super. Ich habe keine Show, von der ich sage, dass ich mich mehr auf sie freue als auf die anderen. Wir sind sehr froh, dass wir überhaupt auf Tour gehen können und das auch noch mit VENUES! VENUES sind die nettesten Menschen, die ich in meinem Leben kennenlernen durfte und ich bin sehr froh darüber, dass wir mit denen etwas machen können.
SV: Es ist ja auch eure erste richtige Tour. Was sind da Herausforderungen für euch als Musiker, mit denen ein Außenstehender nicht rechnen würde?
Chris: Das größte Problem, mit dem wir zu kämpfen haben, ist der Transport. Man braucht einen verlässlichen Bus. Wir haben die Tour an drei verschiedenen Wochenenden und da kann man sich nicht mal eben einen Bus ausleihen. Man braucht eben ein Fahrzeug, das groß genug ist, um alle Leute und das ganze Equipment zu transportieren. Das darf dann auch nicht zu schwer sein. Transport ist wirklich das Problem schlechthin.
Auch kompliziert ist das Merchandise-Management. Der Mercher von VENUES hat mir erklärt, wie er es auf Tour macht, damit man irgendwelchen Problemen mit Inventar und so weiter entgegentritt.
Das Hauptproblem auf einer Tour ist einfach an einen gewissen Punkt zu kommen und worauf man aufpassen muss. Man muss darauf achten, dass der Bus auch in die Tiefgarage des Hotels passt. Dann muss man sich fragen, wie man das Equipment von Ort zu Ort bringt und wie man das macht ohne sich finanziell zu verausgaben. Man muss halt schauen, was sich finanziell auszahlt und was nicht.
SV: Wie ist eine STESY Show so und was unterscheidet euch von anderen Bands?
Chris: Wenn man Epileptiker ist, sollte man auf jeden Fall eine Sonnenbrille tragen, weil es bei uns sehr viel Light-Action gibt. Man wird komplett reizüberflutet und es ist krass, wie die Licht man eigentlich an den Mann bringen kann. Wir machen immer Party! Egal, ob das Publikum nur auf VENUES wartet und mit uns als Opener nicht zu viel tun haben will, ich krieg sie alle zum tanzen! Ich kriege alle zum Schreien. Ihr werdet tanzen, ihr werdet moshen, ihr werdet alles machen wollen, was nur möglich ist! Bei uns gibt es nur gute Stimmung. Auch wenn du keine Lust auf Metalcore mit Techno und Blödsinn hast, dann werde ich dich vom Gegenteil überzeugen können. Wir sind immer gut drauf und wir haben ein paar spaßige Sachen am Start. Wir haben einen Wal! Ich mein, hallo?? Wer hat denn schon einen Wal auf der Bühne??

SV: Den muss man auch erstmal aus dem Ozean auf die Bühne kriegen! Das ist komplett krass!
Chris: Wir hatten sehr mit Greenpeace zu kämpfen, das war nicht immer schön! [wir lachen] Und wenn man in der ersten Reihe steht, gibt es vielleicht sowas wie einen Trichter… Man weiß es nicht…Ich glaube, wir haben mit unserer Live-Show bisher immer überzeugen können. Beim Full Rewind Festival haben wir etwa das Zelt an dem Tag eröffnet und da ist auch die Post abgegangen! Das schaffen wir auf der Tour auch wieder!
SV: 2024 war für euch und für dich ja schon ein sehr gutes Jahr. Was steht in 2025 an, worauf du dich schon freust?
Chris: Ich freue mich natürlich auf den ganzen Album Release Zyklus, weil wir endlich die harte Arbeit, die in das Album geflossen ist, präsentieren dürfen und das in Kooperation mit Bleeding Nose. Zusätzlich haben wir auch einige Highlights, was Festivals angeht! Die Tour mit VENUES wird natürlich sehr cool, aber wir haben uns zwei Festivals an Land geangelt, die wirklich ein Traum für jede Metal Band sind. Wir spielen etwa auf dem Summer Breeze und das steht bei jeder Band auf der To-Do-Liste. Es ist auch sehr heftig, dass wir für das Resurrection Fest in Spanien angefragt wurden. Das Line-Up dort ist komplett crazy! Wir sind der Late-Night-Act um 2 Uhr Nachts an einem der Tage und das wird so grenzgenial lustig. Da kämpfen wir aber auch gerade mit der Frage, wie wir da überhaupt hinkommen…Das ist aber hoffentlich ein Problem, was sich im Laufe des Jahres auflösen wird. Das sind so die Dinge, auf die ich mich neben der Tour mit VENUES sehr freue. Ich mein, was macht man eh im Januar? Im Januar kriegt man eh immer so eine leichte Depri-Phase, weil das Wetter scheiße ist und nicht wirklich was mit sich anzufangen weiß. Da kann man auch auf Tour fahren! Ist ja auch geil!
SV: Wenn du zum Abschluss so eine Art „Gebrauchsanweisung“ für euren Live-Auftritt geben könntest, also etwas, mit dem die Leute sich angemessen auf euch vorbereiten können, was wäre es?
Chris: Wärmt die Tanzbeine auf, ihr werdet es brauchen. Wärmt eure Stimmbänder auf und knallt euch 28 Bier in die Birne, sonst funktioniert das Ganze nicht! Wenn ihr diese drei Voraussetzungen erfüllt, werdet ihr die Zeit eures Lebens haben. Mit uns – den crazy Dudes von STESY!
Ich werde definitiv ein Auge offen halten was das kommende STESY Album angeht! Checkt die Jungs auch unbedingt auf Social Media und dem Streaminganbieter eurer Wahl aus. Da ist Party garantiert!
Hier geht es im Februar auch schon wieder heiß her: Wir sind an den ersten beiden Februar-Wochenenden bei zwei coolen, wenn auch enorm unterschiedlichen Veranstaltungen dabei. Bleibt gespannt!


1 Kommentar zu „Live, Laugh, Blegh – Ein Interview mit Chris von STESY“