Find the English version here.
Es war im letzten Jahr eine der Nachrichten für Menschen, die in den frühen 2000ern und 2010ern alternative Musik gehört haben: THREE DAYS GRACE brachten nämlich ihren ersten Sänger Adam Gontier zurück. Doch damit nicht genug, denn sie behielten auch Matt Walst. Ein wahrer Paukenschlag, der nur noch damit komplettiert wurde, dass für dieses Jahr das neue Album Alienation angekündigt wurde. Im Zuge der Promotion dieses Albums zog es die Kanadier auch wieder nach Europa für eine ausgiebige Tour. Einer dieser Tourstopps fand am 17.11.2025 im Haus Auensee in Leipzig statt. Als Support waren auch BADFLOWER dabei. Wie wir den Abend wahrgenommen haben, lest ihr weiter unten.
Zunächst aber vielen lieben Dank an lightinmirror.de für die fotografische Unterstützung!

Badflower
Gegen 20:00 übernahmen die US-Amerikaner von BADFLOWER dann die schwere Aufgabe des Aufheizen des Publikums, das sehnsüchtig auf THREE DAYS GRACE wartete. DIe Band um Sänger Josh Katz spielen einen Alternative Rock, der mich stellenweise sehr an MUSE erinnert, aber auch starke Elemente aus dem Alternative Rock der 90er Jahre aufweist.
Das Set war geprägt von sehr viel Energie, die sich auch recht gut auf das Publikum übertrug. Unübertroffenes Highlight war dabei die Crowd-Surfing-Session des Sängers, der zunächst jedoch nicht so wirkte, als hätte er großes Vertrauen in die tragenden Kräfte der Anwesenden Musikfans. Glücklicherweise wurde er zuverlässig getragen und konnte dabei sogar noch den gerade laufenden Song performen.
Was aber absolut störend war, war der wirklich schlechte Sound. Das Schlagzeug und der Bass waren so übersteuert, dass man die Vocals kaum gehört hat. Gitarren und Backing Tracks waren schonmal gar nicht zu hören und das obwohl ich genau bei den Mischpulten stand. Gegen Ende des Sets wurde es zwar geringfügig besser, aber das darf bei einer Show dieser Größe mit etwa 4.000 zahlenden Gästen einfach nicht passieren! Insofern war der Auftritt leider nicht so das, was wir uns erhofft hatten.

Three Days Grace
In einem ausverkauften Haus Auensee wartete mein inneres Teenie-Girl schon enorm sehnsüchtig auf den Auftritt von THREE DAYS GRACE. Als sich der Saal verdunkelte und auf den LED-Bildschirmen die Worte „Here we fucking go!“ erschienen, stellte sich eine Gänsehaut bei mir ein, die auch den ganzen Abend über nicht verschwand.
Der erste Song, Dominate, vom aktuellen Album Alienation, demonstrierte direkt, was sich durch den gesamten Abend ziehen würde: Viel Energie, mehr Gitarren und energische Vocals von Adam Gontier und Matt Walst, die sich perfekt ergänzten. Es ist immer eine Herausforderung die alten Songs mit den neuen Songs in einem Set zu kombinieren, insbesondere dann, wenn sie von unterschiedlichen Sängern geprägt wurden. THREE DAYS GRACE verstanden es aber genau das zu tun!

Die musikalischen Schwerpunkte lagen logischerweise auf dem aktuellen Album, aber auch auf dem Klassiker One-X. Die Band bewies dabei wirklich, dass die neue Walst/Gontier-Era sowohl Aufbruch als auch Rückbesinnung auf die musikalischen Wurzeln bedeutet. Ohne das Weitermachen der Band, zwar ohne Gontier aber dafür mit Walst am Mikro, würde es die Band heute sicherlich nicht mehr geben. Dies wusste auch Gontier zu schätzen, der seine Bandkollegen explizit für ihr Durchhaltevermögen lobte und seinen Respekt hierfür aussprach.
Nicht weniger gefühlvoll wurde es dann als Gontier einerseits den Song Creep von RADIOHEAD performte, um dann beim anschließenden Song Don’t Wanna Go Home Tonight seinen Cousin Cale auf die Bühne zu bitten, der dann die Akustik-Gitarre übernahm.
Insgesamt war der Auftritt des kanadischen Exportschlagers ein voller Erfolg, der gezeichnet war von einer wirklich gut durchdachten Show, viel Spielfreude, Emotionen und einem Publikum, das die Energie der Band zu 200% spiegelte und zurückgab. Es war uns eine wirkliche Freude, Songs wie Animal I Have Become, I Hate Everything About You oder I Am Machine endlich live zu hören. Die neuen Songs, wie etwa Mayday, Dominate oder Apologies stehen diesen Songs in keiner Weise nach, im Gegenteil! Sie symbolisieren den Neuanfang, den sich THREE DAYS GRACE erhofft haben und wir sind gespannt, auf die nächsten Jahre mit dieser genialen Band!

