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Wenn es etwas gibt, was ich mag, dann ist es die Vielfalt im Metal. Zu dieser wunderbaren Vielfalt gehört auch, dass es immer wieder Bands gibt, die einen von ihrer Strahlkraft überzeugen. Eine solche Band ist ABOUT MONSTERS, die am kommenden Donnerstag ihre neue Single Mad At You veröffentlichen werden. Vorab konnten wir schon in den neuen Song reinhören und lasst es euch gesagt sein: Da ist ordentlich was passiert!
Gut ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres Albums Hidden Dystopia hat sich einiges getan: Am Mikrofon gibt nun Bianca Herrmann die Marschrichtung vor und ABOUT MONSTERS wirken mehr denn je bereit, um den beschwerlichen Aufstieg in die oberen Ränge des Metal-Olymp zu wagen. Seit dem Besetzungswechsel haben sicherlich viele auf ein künstlerisches Lebenszeichen des Quartetts gewartet, was jetzt kurz vor dem Start ihrer Headliner-Tour kaum passender terminiert sein könnte.
Mit etwa 3min Spielzeit ist Mad At You zeitlich voll im Rahmen dessen, was man von Modern Metal und Metalcore Bands erwarten kann. Aufgrund der Kürze geht es auch schon sehr schnell zur Sache: den ersten, wenn auch kleineren Breakdown gibt es nach nicht einmal zehn Sekunden, nach 30 Sekunden beweist Bianca Herrmann ihr vokales Talent mittels Wechsel vom Cleanen Gesang in ein harscheres Metier und nach nicht einmal 40 Sekunden gibt es das erste Mal den überaus eingängigen Refrain auf die Ohren. Die Marschrichtung ist dabei klar: 100% Power, koste es, was es wolle!
Der Song dominiert in drei wirklich wichtigen Bereichen, nämlich 1. Gesangsleistung, 2. Produktion und 3. gekonntem Songwriting. Um dem noch zur Tour erscheinenden Content nicht allzu weit vorzugreifen, soll es bei der Gesangsleistung mit folgendem getan sein: Bianca Herrmann ist eine der talentiertesten Sängerinnen, deren Stimme ihren Weg in mein Ohr gefunden hat und das stimmliche Kapital, was sie zu ABOUT MONSTERS mitgebracht hat, bereichert die Band ungemein. in Mad At You präsentiert sie die gesamte Bandbreite ihres Könnens und es ist eine wahre Freude, das zu hören!
Der Umstand, dass wir so viel auf einmal von Bianca zu hören bekommen, ist wohl vor allem dem zweiten Punkt in meiner vorangegangenen Aufzählung geschuldet. Produziert wurde die Single von Christoph Wieczorek (ANNISOKAY) in seinem Studio Sawdust Recordings. Man muss schon die gesamte Modern Metal und Metalcore Szene verschlafen oder ignoriert haben, um nicht zu wissen, welche namenhaften Bands schon ihren Weg zu ihm ins Studio gefunden haben. Was mich konkret bei Mad At You begeistert ist der Umstand, dass hier ein absolut stimmiger Weg gefunden wurde, die Band mit all ihren Stärken in Szene zu setzen und sie dabei noch so sehr herauszufordern, dass sie über sich selbst hinaus wachsen konnten. Wenn die kommenden Releases genau so sind, dann wartet ein wahres Klangfeuer auf uns! (Mal ganz abgesehen davon, dass die Tonqualität bombastisch ist!)
Doch ein guter Produzent kann auch das schlimmste Songwriting nur schwerlich ausgleichen und so kommen wir zu meinem dritten Punkt. Bei ABOUT MONSTERS scheint mit Mad At You ein Knoten geplatzt zu sein, der in den vergangenen Releases noch vernehmbar war. Mad At You ist vielseitiger und stimmiger, ohne, dass die DNA der Band verleugnet wird. Der Song wirkt befreiter und macht einfach Spaß, weil man auch merkt, dass ABOUT MONSTERS den Mut zu Neuem haben. Inhaltlich schreit Bianca genau die Aggressionen heraus, die man entwickelt, wenn man realisiert, dass die Person, für die man alles getan hätte, letztlich nur sich selbst und damit auch dem gemeinsamen Glück entgegensteht. Wie viel Schmerz muss da doch in den Zeilen „I’m not mad at you/ I know that you can’t just figure it out“ liegen muss, wenn man die Ausweglosigkeit der Situation begreift und gleichzeitig auch die Größe besitzt, der betreffenden Person auch in gewisser Hinsicht zu vergeben?
Insgesamt ist Mad At You genau der Paukenschlag, den alle von ABOUT MONSTERS erwarten und wer sich für eingängige, aber doch harte Songs begeistern kann, der wird am Freitag mit Mad At You nicht enttäuscht werden.

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