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Liebe Freunde der etwas härteren Tanzmusik, es ist war mal wieder so weit und mehr als 20.000 Menschen haben sich am Fuße der Teufelsmauer im malerischen Harz eingefunden, um Menschen mit tollen Haaren und noch besseren E-Gitarren zuzujubeln.
Wir waren überraschenderweise doch dabei dieses Jahr und ihr seid nun herzlich willkommen, meine Erfahrungen mit euren zu vergleichen!
Zunächst aber das Wichtigste: DANKE DANKE DANKE an lightinmirror.de für die übermenschlichen Bilder! Du bist die Beste!

The Girls are back in Town
Ich gebe es offen zu, wir haben bis auf die Vorliebe für von E-Gitarren getragene Musik, absolut nichts mit THIN LIZZY gemeinsam. Wir waren aber trotzdem zurück auf unserem Heimatfestival.
Letztes Jahr war ich noch der Auffassung, ich würde im August mein erstes juristisches Staatsexamen schreiben und deswegen im Juli keine Zeit für Festivals haben. Stellt sich raus: Es ist so krank viel Stoff, dass auch 11 Monate Examensvorbereitung nicht ausreichend sind. Aber hey, Reformen der Prüfungsordnung sind was für Loser und aufgeschoben heißt ja auch Festivalsaison… also… hab ich gehört…
In keinem Jahr des Rockharzes war ich so froh nicht vor Ort zu campen, wie in diesem Jahr. Baustellen und Umleitungen haben hier enorm eingeschlagen, sodass viele stundenlang im Stau standen. Mein Beileid an die, die das betroffen hat!
Zwar standen auch wir kurz nach dem Ortsausgang Ballenstedt in Richtung Asmusstedt im Stau, aber wir sind dann über Badeborn gefahren und von dort aus ging es für einen Rockharz-Mittwoch sehr schnell! Nach etwa 30min waren wir auf dem Tagesparkplatz und konnten uns einchecken.
Unabhängig von den Bands, war der Tag auch relativ unspektakulär, sodass wir gern zu diesen übergehen können.

Musik, die bewegt
Den Auftakt des Festivals, und auch unseres Rockharz-Tages, machten die Isländer von POWER PALADIN. Wenn man an isländischen Metal denkt, hat man eine Power Metal Band nicht unbedingt im Kopf. POWER PALADIN sind angetreten das nun zu ändern. Ihr Stil stützt sich auf klassischen Heavy Metal, der mit Mythologie und Fantasy-Elementen angereichert wird. Ihr Slot als Festival-Opener war aus meiner Sicht ein bisschen undankbar, aber das Publikum hat alles gegeben und es war eine Freude diese Band das erste Mal live zu sehen. Wenn sie jetzt noch ein bisschen ihren Live-Auftritt interessanter gestalten, steht der (noch) größeren Karriere nichts im Weg! Wundervolle Outfits haben sie schonmal!
GUTALAX habe ich, trotz der crowdsurfenden Mülltonne, ausgelassen, denn das ist absolut nicht meins, aber BROTHERS OF METAL war genau mein Ding! Kostüme? Check! Tolle Sängerin? Check! Gitarren? Check! Coole Melodien? CHECK! Was soll man noch mehr wollen? Wenn Schweden eines kann, dann wirklich coole Acts exportieren. BROTHERS OF METAL sind keine Ausnahme zu dieser Regel!

Überraschung des Tages waren für mich MAMMOTH WVH. Die Hard bzw. Alternative Rock spielende Gruppe um Wolfgang van Halen, den Sohn von Eddie van Halen, hat am Mittwoch einfach komplett abgeliefert! Man kann an dieser Stelle sicherlich viel zu Nepotismus und verbesserten Startbedingungen schreiben, aber wenn man nichts aus den Privilegien macht, kann einem auch keiner helfen. MAMMOTH WVH haben musikalisch auf höchstem Level gezeigt, dass Talent erblich ist! Diese Gruppe muss man daher echt auf dem Schirm haben und sie bekommen eine große Empfehlung meinerseits!
Über KÄRBHOLZ, CALLEJON und OOMPH! kann und will ich nicht wirklich was schreiben… Alle drei Bands entsprechen nicht wirklich meinem Geschmack und ich habe deren Spielzeiten genutzt, um Interviews zu führen und mir auch mal was zu essen zu organisieren. Das ist halt so eine Gruppe an Bands, denen ich nicht wirklich was entnehmen kann, auch wenn die Stimmung während der Auftritte wirklich sehr gut war.
Groß angekündigt und lang erwartet war der Auftritt von BRUCE DICKINSON. Der Frontmann der legendären IRON MAIDEN hatte sich, vermutlich im Austausch für ein paar Nieren aus dem Veranstalterteam, an den Fuß der Teufelsmauer locken lassen. Die Fans, zumeist gekleidet in IRON MAIDEN Shirts, hatten sich zahlreich vor der Bühne versammelt. Was dann auf der Bühne aber dargeboten wurde, hatte mit dem Charme von IRON MAIDEN absolut nichts zu tun. Man kann BRUCE DICKINSON sicherlich nicht mangelnde Professionalität vorwerfen, aber zwischen Erwartung und Realität lag dann eine große Kluft. Der stellenweise verkrampfte Versuch sich auf Biegen und Brechen von der eigenen Band abzusetzen und sich als Solo-Künstler zu etablieren, stieß bei mir eher auf Ablehnung. Es war absolut nicht schlecht, aber für mich war DICKINSON nicht der beste Künstler des Tages, und auch nicht der zweit- oder drittbeste… Dienst nach Vorschrift gepaart mit dem profitieren vom Ruhm vergangener Tage hat bei mir leider keinen Erfolg. Die verschiedenen Soli seiner Live-Mitstreiter konnten das bedauerlicherweise auch nicht ändern.

Wo wir auch gerade bei dem Profit vergangener Tage sind: DIRKSCHNEIDER gaben sich am ersten Festivaltag ebenfalls die Ehre. Mal ganz abgesehen davon, dass die Fotobedingungen unterirdisch war und die Band sich den Zorn der Fotografen gesichert hat, war es auch musikalisch nichts, was nachhaltigen Eindruck hätte hinterlassen können. Aber hey, sie haben Balls to the Wall gespielt! Das war sehr nice!
Mein Highlight des Tages waren definitiv AMORPHIS. Ich bin ja ein großer Melodic Death Metal Fan und wenn eine Band genau das liefert, dann sind es die Finnen um Sänger Tomi Joutsen. Von der Eröffnung des Sets mit Werken aus ihrem aktuellen Album Halo über Klassiker wie The Castaway und Silver Bride bis hin zum Evergreen Wrong Direction war das Set eines der besten, die ich bisher von ihnen gesehen habe. Mich fasziniert immer wieder die Passion und Liebe zur Musik, die diese Band auf die Bühne bringt. Es ist einfach eine Freude ihre Auftritte zu sehen und sich so sehr in der Musik wiederzufinden. Wer das verpasst hat, sollte sich wirklich schämen!
Für KANONENFIEBER war ich dann aber doch zu müde… Das, was ich gesehen habe, fand ich dann eher gruselig und befremdlich. Es ist wahrscheinlich genau der Effekt, den die Band erreichen will, aber das schreckt mich eher ab! Aber die Feuershow war nice!
Das war dann auch schon der Mittwoch! Hier geht es bald weiter mit *Trommelwirbel* DONNERSTAG! Verrückt, wie das funktioniert, oder?


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