Italienische Power: KALIDIA Im Interview

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Wenn man an Italien denkt, hat man sofort die Toskana, Rom oder das wundervolle Essen im Kopf. Dass es in Italien aber auch richtige gute Musik gibt, rückt dabei gerne mal in den Hintergrund. Ein Beispiel für den tollen italienischen Musikgeschmack ist die Band KALIDIA! Während die Band in den Emperial Sound Studios an ihrem kommenden Album feilt, hat sich Sängerin Nicoletta Rosellini die Zeit genommen, um ein paar Fragen zu beantworten.

Vielen Dank an lightinmirror.de für die wundervolle fotografische Begleitung!

KALIDIA (Nicoletta Rosellini); Pic by lightinmirror.de, 2022

Shieldmaiden’s Voice: Wenn du KALIDIA in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären es?

Nicoletta Rosellini: Melodisch, kraftvoll… und unterhaltsam, denke ich.

SV: Was unterscheidet KALIDIA von anderen Bands?

Nicoletta: Ich denke, dass mit den drei Worten zusammenhängt, die ich dir gerade genannt habe, weil wir starke Melodien haben, aber typischen Power Metal spielen und unsere Shows Spaß machen. Wir interagieren mit den Menschen, wir bringen das Publikum auf die Bühne und die Leute wissen das sehr zu schätzen. Wir bauen keine Mauern zwischen uns und den Zuschauern und ich denke, dass das sehr geschätzt wird. 

SV: Gibt es Bands, Alben oder Songs, die euren Stil maßgeblich beeinflusst haben?

Nicoletta: Wir sind mit den klassischen Power Metal Bands, wie STRATOVARIUS, RHAPSODY, ANGRA und HAMMERFALL aufgewachsen. Am Anfang haben wir Songs von diesen Bands gecovered und daher haben sie unseren Stil sehr beeinflusst. Außerdem ist Federico, unser Gitarrist, ein großer Fan von DREAM THEATER. Einer der Songs, die wir bisher aufgenommen haben, hat deswegen auch ein starken Prog-Metal-Vibe. Aber egal, wie viele Einflüsse wir haben, wir versuchen uns immer auf die Melodie- und Power-Metal-Aspekte der Musik zu konzentrieren. 

SV: Was für Themen und Motive baut ihr gerne in eure Musik ein?

Nicoletta: Das ist auch etwas, was uns von anderen Bands unterscheidet! Es gibt im female-fronted Metal das Klischee, dass es die Songs sehr persönlich sein und die Gefühle behandeln müssen und so etwas, aber das ist nicht unser musikalisches Ziel. Wir schreiben von Dingen, die wir lieben. Es kann Songs, wie Frozen Throne, geben, wo es um Videospiele geht oder wir befassen uns mit griechischen Mythen, wie etwa in Orpheus oder Circe’s Spell, aber es kann auch um TV Shows oder Bücher gehen. Alles, was wir mögen, inspiriert uns! Manche Songs werden schon geschrieben und man weiß von Beginn an, dass es beispielsweise um Piraten oder einen griechischen Mythos gehen wird. Ansonsten schreiben wir erstmal die Musik und entscheiden dann später, worum es gehen soll. 

SV: Gibt es jemanden in der Band, der entscheidet, um welchen Film oder welches Buch es gehen soll oder ist das eher ein Gruppenprojekt?

Nicoletta: Es kommt darauf an. Manchmal hat man eine Inspiration, auf die man sich während des Schreibens konzentriert und manchmal ist die Musik schon vorhanden und ich schreibe die Lyrics, die mir gefallen. Ich bekomme natürlich auch Vorschläge von den anderen Bandmitgliedern. Wir sprechen immer als Band über die Themen und stellen sicher, dass jedem gefällt, was ich schreibe.

SV: Kannst du uns mehr über eure aktuelle Studioarbeit erzählen?

Nicoletta: Ja! Wir nehmen gerade ENDLICH unser drittes Album auf! Seit dem Release unseres zweiten Albums sind fast drei Jahre vergangen, also wurde es Zeit. In der Entwicklung der pandemischen Situation wussten wir nicht so richtig, was wir tun sollten, weil wir sehr viele Shows geplant hatten und uns eher auf das Spielen dieser Shows konzentrieren wollten, als auf das Schreiben eines neuen Albums. Die Recording Sessions zu arrangieren war sehr schwer, weil wir in Italien sind und Lars hier in Deutschland. Das Album an sich war letztes schon vor über einem Jahr fertig, wir konnten aber erst im Juli mit den Aufnahmen beginnen. Wir sehen aber auf jeden Fall das Licht am Ende des Tunnels und deswegen sind wir hier, um die Vocals für das neue Album aufzunehmen.

SV: Was an den neuen Songs ist innovativ für KALIDIA?

Nicoletta: Nach Frozen Throne, was meiner bescheidenen Meinung nach, ein perfektes Album ist, ist enorm schwer, weil für mich eben wirklich alles perfekt war. Es ist eine große Herausforderung für uns. Wir haben viel ausprobiert und nach dem letzten Album eine wirkliche Evolution durchlaufen. Es wird wieder die melodischen Parts und die kräftigen Vocals geben, aber es gibt auch neue Aspekte geben, von denen ich hoffe, dass die Leute sie genauso genießen wie wir.

SV: Wie würdest du deine Rolle bei KALIDIA beschreiben? Bist du diejenige, die den Rest der Band animiert oder folgst du deren Vorschläge?

Nicoletta: Das ist eine interessante Frage, weil wir uns als eine Bandeinheit verstehen, was bei female-fronted Bands nicht immer der Fall ist. Normalerweise operieren diese Bands immer im Orbit der Sängerin und das wollen wir gerade nicht. Man wird niemals ein Selfie von mir allein auf den Social Media Kanälen von KALIDIA sehen. Wir sind eine Band und wir konzentrieren uns darauf eine Band zu sein. Ich kümmere mich zwar um diese Plattformen für die Band, aber nur, weil ich damit aufgrund meiner privaten Kanäle Erfahrung damit habe und nicht weil ich die Bandleaderin bin. Dazu kommt, dass die Jungs die meiste Arbeit beim Songwriting machen und wir stehen alle auf dem gleichen Level. Keine Frontfrau mit backing band, sondern einfach eine Band. Dieser Ansatz ist für uns sehr wichtig. Immer, wenn wir Konzerte oder Festivals spielen, versuchen wir die anstehende Arbeit so gleichmäßig, wie möglich, aufzuteilen und bisher hat das sehr gut funktioniert. 

KALIDIA (Nicoletta Rosellini); Pic by lightinmirror.de, 2022

SV: Was ist das Beste daran Sängerin einer Metal Band zu sein?

Nicoletta: Ich denke, dass es die Emotionen des Publikums während der Live Shows ist. In anderen Genres ist das so nicht üblich, vor allem auch dann nicht, wenn man noch keine so große Band ist. Wir haben es geschafft uns eine wahnsinnig tolle Fanbase aufzubauen, die zu jeder Show kommt und so viel, wie möglich, mitmacht. Das liebe ich total! Mit dem Publikum und den Fans in den Austausch zu treten ist wirklich eines der besten Gefühle auf der Welt!

SV: Was war eine der besten Erfahrungen, die du bisher mit KALIDIA hattest?

Nicoletta: Mit Lars Rettkowitz (Emperial Sound) zu arbeiten, hat unseren Blick auf die Band verändert und uns geholfen zu wachsen. Mit einem sehr guten Produzenten zu arbeiten war eine Erfahrung, die wir sehr geschätzt haben. Ich versuche auch gerade an ein spezielles Festival oder Shows zu denken, aber wir lieben tatsächlich jede Gelegenheit live zu spielen und deswegen ist es schwer nur eine auszuwählen. Vielleicht eines der ersten Konzerte, die wir jemals gespielt haben, damals 2015. Da spielten wir zusammen mit RHAPSODY. Wir waren die einzige Support Band für diesen Gig und es war ein wahr gewordener Traum, weil wir sie sehr bewundern. Es war schwer zu realisieren, dass das wirklich passiert und nach dem Konzert waren wir alle ekstatisch.

SV: Das kann ich mir gut vorstellen! Wenn ihr so in die Zukunft schaut, was sind Ziele, die ihr gerne noch mit der Band erreichen wollt?

Nicoletta: Wir sollten eigentlich letzten Dezember mit MAJESTICA auf Tour gehen und das wäre unsere erste richtige Tour gewesen, weil wir davor nur einzelne Konzerte gespielt haben, sowohl in als auch außerhalb von Italien. Wir wissen nicht, wie sich das alles weiterentwickeln wird, aber die Tour doch noch zu machen, wäre genial. Generell einfach auf Tour zu gehen ist ein großes Ziel von uns, weil wir mit unserem Album gute Zahlen erreicht haben, sowohl bei den Verkäufen als auch bei den Views/Streams, mit denen wir sehr zufrieden sind. Nichtsdestotrotz wollen wir mehr machen und auf Tour zu gehen, wird uns hoffentlich weiterbringen. 

Zusätzlich wollen wir natürlich auch ein Album veröffentlichen, das den Leuten gefällt!

SV: Wie kann man euch dabei am Besten unterstützen?

Nicoletta: Wir haben einen richtig coolen Merch-Store, wo wir tolle Sachen, wie etwa limited Editions, Vinyls, Hardbooks und coole Shirts, verkaufen. Das ist ein guter Weg, um uns dabei zu unterstützen auf Tour zu gehen, weil das sehr viel Geld kostet. Das Hören und Streamen unserer Musik auf Youtube und anderen Plattformen hilft aber auch sehr! Selbst, wenn man nur weitererzählt, wie gut wir sind, ist schon enorm hilfreich. Derzeit können wir nicht wirklich viel live spielen und über uns zu reden und unsere Musik zu hören und unsere Videos zu schauen, hilft in dieser Situation sehr. 

SV: Gibt es etwas, worüber wir in diesem Interview nicht gesprochen haben, das du aber gern hinzufügen möchtest?

Nicoletta: Für das neue Album nehmen wir mehr Songs als zuvor auf, weil wir mehr Bonus Tracks haben wollen, die man dann auf den verschiedenen Versionen finden kann. Auf dem Album wird es auch einen Cover Song einer bekannten schwedischen Band geben, die ich aber  jetzt noch nicht nennen werde. Das wird richtig gut! Das Album wird einige eingängige, melodische Songs im typischen KALIDIA Stil haben, aber auch einen Prog-Metal Song und es wird genial!

Bald werden KALIDIA auf die Bühnen zurückkehren! Um das nicht zu verpassen, schaut doch mal auf deren Website vorbei und wenn ihr einmal dabei seid, könnt ihr sicherlich auch das eine oder andere Goodie aus ihrem Merch-Store ergattern!

KALIDIA (Nicoletta Rosellini); Pic by lightinmirror.de, 2022

1 Kommentar zu „Italienische Power: KALIDIA Im Interview

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