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All the Way mit All Nine Yards – Ein Konzertabend im TV-Club Leipzig
Dass man auch mal kleinere Bands und Konzerte unterstützen sollte, sagen wir ja schon seit Jahren. Im Rahmen unserer Medienpartnerschaft für die „So much for Love“-Tour von ALL NINE YARDS haben wir dieses Credo aber auch wieder in die Tat umgesetzt. Im TV-Club Leipzig machte die Tour einen ihrer Halte und das konnten wir uns nicht entgehen lassen! ALL NINE YARDS stehen bekanntermaßen für eine gute Portion Rock’n’Roll und ob sie das geliefert haben und ob die Supportbands SINCE APRIL und LIFELESS END da mithalten konnten, das lest ihr hier im Konzertbericht!
Vielen Dank an dieser Stelle an lightinmirror.de für die wunderbaren Bilder! You rock!

Lifeless End
Bevor wir starten, muss man sagen, dass der Abend von Beginn an eigentlich unter keinem guten Stern stand: LAVILA mussten krankheitsbedingt die Show am Tag vorher absagen und so war es ein Rennen gegen die Zeit, um Ersatz zu finden. Zum Glück haben LIFELESS END keine Kosten und Mühen gespart, um aus dem Studio direkt nach Leipzig zu fahren.
Musikalisch bewegen sich LIFELESS END irgendwo zwischen Post-Hardcore und Metalcore und einiger Energie auf der Bühne. Man merkt ihnen aber auch die Unerfahrenheit an. Das Grundgerüst ihrer Musik ist sehr solide und mit mehr Zeit wird sich da auch noch einiges ändern. Im Vergleich mit SINCE APRIL oder ALL NINE YARDS war aber deutlich zu spüren, dass LIFELESS END noch nicht ganz ihre Identität als Band gefunden haben. Die ganze Energie, die sie sicherlich in sich haben, kann sich noch nicht ganz Bahn brechen und so wirken sie ein bisschen wie eine aufgehende Blume, von der man weiß, dass sie bestimmt schön wird, wo man aber noch nicht ganz weiß, wie sie konkret aussehen wird. Mit mehr Live-Erfahrung und mehr Mut zum Außergewöhnlichen beim Songwriting sollte das aber bald kein Problem mehr sein!

Since April
Eine Band, die schon genau weiß, wo sie stehen, sind SINCE APRIL! Die Münchner hatte ich im November schonmal im TV-Club gesehen und da haben sie mir auch schon sehr gut gefallen, sodass meine Ansprüche dementsprechend hoch waren, was diesen Auftritt im Rahmen einer Tour anging.
Aber SINCE APRIL haben gehalten, was sie versprochen haben: gute Laune und ganz viel Energie, die sich vor allem auch über die eingängigen Songs äußert. Ihre Riffs sind treibend und kompromisslos, ohne dabei aber zu überdreht zu sein. Man merkt SINCE APRIL an, dass sie gerne miteinander auf der Bühne stehen und sie wirken dabei auch vollkommen gelöst und frei.
Besonders gut gefallen hat mir live auch der neueste Song The Inner Voice, der mir dann noch eine Weile später im Kopf rumspukte.
Besonders lobend muss ich an dieser Stelle auch mal das kohärente Konzept der Band erwähnen. Die Jungs von SINCE APRIL haben irgendwann mal die Worte „Corporate Identity“ gelesen und sich gedacht: „Das, aber auf 300%“! Alles ist auf einander abgestimmt: Make-Up, Farbe des Lichtes, Merch, Bühnenoutfits, Lichtshow und logischerweise auch der Auftritt auf Social Media. Es würde mich nicht wundern, wenn sie auch untereinander absprechen, welche Farbe ihre Socken haben! Großes Lob an der Stelle und gerne immer mehr davon!

All Nine Yards
Wenn wir mal kurz realistisch sind, dann muss man mal sagen, dass es Rock und Metal-Bands wirklich wie Sand am Meer gibt. Insbesondere im Underground gibt es unzählig viele und gut 80% sind einfach nicht gut. Unter diesen Voraussetzungen ist es mehr als erfrischend, wenn eine Band daherkommt, die weiß, wie sie die individuellen Qualitäten der einzelnen Bandmitglieder auf bestem Wege einsetzen muss. ALL NINE YARDS vermögen genau das und das war auch ein ausschlaggebender Punkt für die Entscheidung für die Medienpartnerschaft.
ALL NINE YARDS bestehen aus Dian Ollison (Vocals, Bass), Marc Pavey, Thomas Rabenda (beide Gitarre) und Stick Perry (Drums) und haben sich dem Rock vollends verschrieben. Eintönigkeit sucht man bei ihnen aber vergebens, denn in den (teils) als „Old School“ verschrienen Rock Sound mischen sich immer wieder modernere Elemente, die die Musik lebendig wirken lassen.
Auf der „So much for Love“-Tour haben ALL NINE YARDS aktuell ihr Album Violet dabei, was nur so vor Energie strotzt. Diese High Energy brachten sie auch mit in den TV-Club und eröffneten direkt mit ihrer Single-Auskopplung Me in Enemy. Nicht nur, dass sie damit direkt am Anfang ein musikalisches „Achtung!“ an die Menge gaben, es war auch ein Ausdruck des Anspruches, den das Quartett an sich selbst stellt: Hier gibt es keine halben Sachen! Mit 75min war das Set auch zeittechnisch perfekt angelegt und ALL NINE YARDS hatten genug Zeit, um sich und ihre Musik zu präsentieren.

Der Live-Auftritt der Gruppe ist dabei so professionell wie kompromisslos und gerade Sänger Dian versteht es, das Publikum für sich einzunehmen. Hier trifft gewissermaßen „jugendliche“ Energie von Dian auf den Erfahrungsreichtum, den beispielsweise Gitarrist Marc mitbringt, der seit mehr als 30 Jahren auf verschiedensten Bühnen unterwegs ist. Dieser Mix zeigt sich auch im Auftreten der Band, was sehr selbstbewusst ist. Stellenweise würde ich mir zwar wünschen, dass man mehr Interaktionen untereinander und miteinander zuließe, aber das ist auch Meckern auf hohem Niveau!
Besondere Highlights der Show waren aus meiner Sicht definitiv Lipstick Stains, der ja auch die für die Tour namensgebenden Zeile „So much for Love“ enthält, der darauf folgende Song I’m A Mess, den ich enorm fühle und der emotionale Song Incompleted, bei dem ich schon das ein oder andere Tränchen aufgrund der darin vermittelten Gefühle verdrücken musste.
Wir sind ja auch bei einigen größeren Shows dabei, aber an diesem Abend im TV-Club ist uns mal wieder bewusst geworden, worum es eigentlich geht: Musik in ihrer Rohform und die Liebe zu ihr. Wenn es eine Tour derzeit gibt, die das vermittelt, dann ist es die „So much for Love“-Tour! Danke ALL NINE YARDS!
Wenn auch ihr diese Tour noch kurzfristig besuchen wollt, dann holt euch jetzt eure Tickets! Folgende Daten und Orte gibt es noch:
24.04. Solingen – Monkey’s
25.04. Bielefeld – JZ Stricker
29.04. Hildesheim – Club VEB
30.04. Erfurt – VEB Kultur
01.05. Nürnberg – Blackbox
02.05. Burglengenfeld – JUZ

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