Find the English version of this review here.
Auf nach Österreich! Passend zur sommerlichen Urlaubszeit richten wir unseren Blick auf unser alpines Nachbarland und auf die morgen erscheinende, neue Single von ONE LAST STORY! Mit Blackout vertiefen sie weiter die neue Phase ihrer Bandgeschichte, die schon mit Breakdowns begann.
Als Magazin, das gerne Newcomer Bands supportet haben wir natürlich ganz genau hingehört! Darum, lange Rede, kein Sinn: Let’s go!
Schon am Anfang des Songs nimmt die Band die Zuhörer etwas Hopps, indem sie einen Breakout beginnt, aber letztlich doch sehr ruhig in die ersten Vocal Parts startet. Ich verstehe den Sinn dahinter, der wohl darin besteht, die althergebrachten Muster zu durchbrechen und die Erwartungshaltung der Zuhörer zu verschieben. Letztlich nimmt es mir aber ein bisschen die Aufregung und es ist aus meiner Sicht etwas unglücklich zusammengestellt.
Blackout nimmt dann aber sehr schnell an Fahrt auf, um uns dann bei 0:45 zum ersten Mal einen Chorus in emotionaler Weise um die Ohren zu schlagen. Der Umstand, dass dieser Song aus den fähigen Händen von Produzent Christoph Wieczorek stammt, ist hierbei nicht zu überhören, aber er und ONE LAST STORY haben einen guten Job darin geleistet, die Stärken der Band zu betonen und seine Expertise einfließen zu lassen, ohne aber die Essenz dessen, was ONE LAST STORY ausmacht, außer Acht zu lassen.
Die Stimme von Sängerin Ani kommt leicht rotzig daher und das ist ein Vibe, der mich ein bisschen an die Vocals von SETYØURSAILS erinnert und der mir wirklich gut gefällt. In Kombination mit den Harsh Vocals entsteht hier eine Stimmung a la „Was willst du eigentlich von mir?!“, die ich in dieser eher selten im Metalcore finde. Hierin liegt auch die größte Quelle an Potential von ONE LAST STORY: Der Metalcore-Markt ist hart umkämpft und diese Abgeklärtheit lässt die Musik erwachsener wirken, was gegebenenfalls auch den Nerv eines älteren Publikums trifft, wenn die Szene sonst eher jung geprägt ist.
Im Songwriting insgesamt hätte ich mir allerdings mehr Mut zum punktgenauen Schreiben gewünscht. Der Song hat sehr viel Energie, die aber vor allem im letzten Chorus etwas anstrengend und vielleicht auch redundant ist. Wenn man hier mehr gekürzt hätte, hätte man Blackout auf einer emotionalen Höhe beenden können.Der Vorteil daran ist aber dagegen, dass man endlich mal wieder einen längeren Song hat!
Besonders hervorheben muss man aber zum Abschluss, dass das zum Song gehörende Musikvideo in Zusammenarbeit mit Sea Shepherd Austria entstanden ist. Es zeigt Dokumentaraufnahmen vernichtender Umweltzerstörungen und weißt damit auf emotionale Weise auf den Raubbau hin, den wir an unserem Planeten betreiben.
Wer also Lust auf etwas anderen Metalcore a la ANNISOKAY oder SETYØURSAILS hat, der sollte mal bei ONE LAST STORY reinhören!

1 Kommentar zu „Bock auf Blackout? ONE LAST STORY präsentiere neue Single“