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Mir flattert ja so einiges über den Schreibtisch und wenn wir mal ehrlich sind, dann hat man alles irgendwie auch schonmal gesehen. Wenn einem dann aber eine Band begegnet, die in Fantasy-Welten ebenso zuhause ist, wie im Proberaum, dann muss man doch nochmal genauer hinschauen. Das ist auch schon der Moment, in dem Bosparan’s Fall auftreten: Die Allgäuer haben nämlich neue Musik am Start und wenn das kein Grund ist, um mal ein paar Fragen loszuwerden, dann weiß ich auch nicht!
Shieldmaiden’s Voice: Bei Shakespeare heißt es „All the world’s a stage/ And all the men and women are merely players“. Erkennt ihr euch, eures Zeichens „RPG Melodic Death Metal Band“, darin wieder und wenn ja, warum?
Bosparan’s Fall: Definitiv. Für uns ist die Bühne nicht nur ein Ort für Musik, sondern ein Tor in eine andere Welt. Während eines Konzerts sind wir nicht einfach fünf Musiker aus Oberschwaben, sondern Helden, Schurken, Barden und Geschichtenerzähler. Und wenn das Publikum für eine Stunde mit uns nach Aventurien reist, dann haben wir alles richtig gemacht.
SV: Wie ist die Idee entstanden, die Band eher „nerdy“ zu gestalten?
Bosparan’s Fall: Eigentlich gar nicht mit Absicht. Wir waren schon Nerds, bevor wir eine Band gegründet haben. Pen & Paper, Fantasy-Romane, Videospiele und Metal gehörten bei uns schon immer zusammen. Irgendwann haben wir gemerkt, dass wir über diese Themen viel authentischer schreiben können als über die hundertste durchzechte Nacht.
SV: Gibt es im Metal nicht schon genug Fantasy?
Bosparan’s Fall: Es gibt auch genug Liebeslieder im Radio, und trotzdem werden jeden Tag neue geschrieben. Fantasy ist kein Genre, sondern ein Werkzeug, um Geschichten zu erzählen. Uns geht es nicht darum, Fantasy zu nutzen, weil sie cool aussieht, sondern weil wir darin Geschichten finden, die uns begeistern.
SV: Welche fantastischen Welten wollt ihr den Zuhörenden am meisten präsentieren?
Bosparan’s Fall: Natürlich Aventurien. Das Schwarze Auge begleitet viele von uns seit Jahrzehnten. Diese Welt ist unglaublich lebendig, voller Geschichte, Konflikte und faszinierender Charaktere. Gleichzeitig hoffen wir, dass unsere Songs auch Menschen ansprechen, die Aventurien gar nicht kennen.
SV: Was macht euch bei eurer Musik am meisten Spaß?
Bosparan’s Fall: Der Moment, wenn aus einer Idee eine Geschichte wird. Oft beginnt alles mit einer Melodie, einer Szene oder einem einzelnen Satz. Daraus entsteht dann Stück für Stück ein Song. Und natürlich macht es riesigen Spaß, diese Geschichten später live mit dem Publikum zu teilen.
SV: Ihr steht mit einem neuen Album in den Startlöchern. Inwieweit unterscheidet sich dieses Album von euren bisherigen Releases?
Bosparan’s Fall: Das Besondere ist eigentlich, dass es sich gar nicht vollständig von unserem Debüt unterscheidet. Viele Bands schreiben Konzeptalben – wir erzählen eine Geschichte über drei Alben hinweg. „Götterspiel: Namenlose Tage“ knüpft direkt an die Ereignisse von „Dunkle Zeiten“ an und führt die Reise unserer Figuren weiter.
Musikalisch bewegen wir uns weiterhin zwischen Melodic Death Metal, Folk-Elementen und großen erzählerischen Momenten. Gleichzeitig ist das neue Album deutlich düsterer geworden. Die Bedrohung wächst, die Einsätze werden höher und die Geschichte steuert auf Ereignisse zu, die das Schicksal Aventuriens verändern könnten. Für uns fühlt sich das Album wie das zweite Kapitel eines Romans an – nicht wie ein eigenständiges Buch.
SV: Was hat euch beim Schreiben des Albums besonders inspiriert?
Bosparan’s Fall: Die Geschichte selbst. Viele Songs entstanden aus der Frage: Wie fühlt sich jemand, der merkt, dass seine Welt gerade auseinanderbricht? Dazu kamen natürlich Einflüsse aus Fantasy-Literatur, Rollenspielen und historischen Ereignissen. Und vermutlich etwas zu viel Bier (Farny Hell).
SV: Wenn man eure Musik vorher noch nie gehört hat, worauf kann man sich bei dem Album dann am meisten freuen?
Bosparan’s Fall: Auf eine Reise. Es gibt eingängige Melodien, harte Riffs, große Refrains und eine Geschichte, die sich durch das gesamte Album zieht. Wer Bands wie Ensiferum, Amon Amarth oder Equilibrium mag und gleichzeitig Lust auf eine zusammenhängende Fantasy-Erzählung hat, könnte hier genau richtig sein.
SV: Mit Gottesrache Records habt ihr einen neuen Partner an eurer Seite. Was erhofft ihr euch von der Zusammenarbeit und inwieweit bringt euch das weiter voran?
Bosparan’s Fall: Vor allem jemanden, der unsere Vision versteht. Wir sind eine recht spezielle Mischung aus Metal, Fantasy und Storytelling. Gottesrache Records hat vom ersten Gespräch an gezeigt, dass sie genau das spannend finden. Gemeinsam möchten wir mehr Menschen erreichen und die Welt von Bosparans Fall weiter wachsen lassen.
SV: Welche Ziele würdet ihr gerne mit dem neuen Album erreichen?
Bosparan’s Fall: Natürlich wünschen wir uns mehr Reichweite, größere Bühnen und neue Fans. Noch wichtiger ist uns aber, dass die Menschen die Geschichte erleben und sich daran erinnern. Wenn jemand nach dem Album sagt: „Ich will wissen, wie es mit Alrik weitergeht“, dann haben wir unser Ziel erreicht.
SV: Was würdet ihr gerne mal in einem Interview äußern, seid aber noch nie danach gefragt worden?
Bosparan’s Fall: Wir würden gerne einmal gefragt werden, welcher aventurische Gott den besten Moshpit veranstalten würde. Unsere aktuelle Rangliste wird von Rondra angeführt, dicht gefolgt von Swafnir. Bei Hesinde wären die Circle-Pits vermutlich hervorragend organisiert.
SV: Wenn ihr auf der Welt eine Sache verändern könntet, welche wäre es?
Bosparan’s Fall: Wir würden den Konflikt zwischen Andergast und Nostria endgültig beenden. Und zwar durch einen eindeutigen Sieg Andergasts. Nach Jahrhunderten des Streits ist es an der Zeit, die Sache ein für alle Mal zu klären. Die Banner würden wehen, die Hörner erschallen und die Chronisten könnten endlich aufhören, so zu tun, als gäbe es hier zwei gleichberechtigte Seiten.

1 Kommentar zu „Auf nach Aventurien! – Ein Interview mit BOSPARAN’S FALL“