Yu Phoenix erfindet sich neu

Find the English version of this interview here.

Wir alle haben den Wunsch und das Bedürfnis uns hin und wieder in andere Welten zu stürzen, uns in die Rolle eines Helden zu versetzen, der die Prinzessin rettet, uns in unseren Fantasien zu verlieren. Einer, der sein Publikum regelmäßig in diese fremden Welten führt, ist der Musiker und Twitch-Streamer YU PHOENIX. Im Interview, das wir während seiner Zeit im EMPERIAL SOUND Studio geführt haben, erzählt er von seinen Erfahrungen und Vorhaben und warum Gaming und Musik bei ihm Hand in Hand gehen.

Die Bilder stammen, wie immer, von der überaus talentierten lightinmirror.de! Vielen Dank dafür!

Yu Phoenix; Pic by lightinmirror.de

Shieldmaiden’s Voice: Warum ist dir Musik wichtig?

Yu Phoenix: Das ist eine gute Frage! Musik ist mir wichtig, weil Musik eine Art Medium ist, das auf eine gewisse Weise zeitlos ist. Man kann es in hundert Jahre noch hören. Musik kann auch Erinnerungen wecken, die man jetzt vielleicht noch gar nicht hat und dementsprechend Erlebnisse, Ereignisse und Gefühle mit Leuten teilen, die diese Sachen vielleicht noch nicht selbst erlebt haben, aber dadurch mitfühlen können. Das empfinde ich als einfühlsamer als vergleichbare Medien.

SV: Was bedeutet es dir Musiker zu sein?

YP: Musiker sein bedeutet im Endeffekt für mich, dass man seine Leidenschaft leben kann, dann dementsprechend seine Freiheit auch lebt. Man versucht sein Innerstes so ein bisschen nach draußen zu bekommen. Wenn man durch den allgemeinen Alltag so ein bisschen verschlossen ist, allein in den aktuellen Zeiten lebt man ja sehr dissonant, hat man immer noch das Gefühl man ist Teil der Kunst und man kann dieses Gefühl immer noch weitergeben, auch wenn man nicht viel performed oder sich mit anderen Musikern trifft.

SV: Was beeinflusst dich und deine Musik am Meisten?

YP: Ganz ehrlich? Das sind Videospiele. Videospiele sind für mich auch ein Hauptgrund, warum ich Musiker geworden bin. Aufgrund der Tatsache, dass diese Spiele, die ich gespielt habe, vor allem z.B Final Fantasy, auch sehr viele Songs beinhalteten, die sehr mitreißend waren und das Spiel greifbarer gemacht haben.Diese Songs haben das Spiel auch zusammengefasst, könnte man sagen, und jedes Mal, wenn ich den Song höre, würde ich direkt wieder an diese Momente im Spiel denken und dementsprechend diese Momente auch wieder aufgreifen können und fühlen, was ich in diesem Moment gefühlt habe, selbst, wenn es schon viele Jahre her ist.

SV: Welche Rolle spielen deine bisherigen Erfahrungen im Musikbereich für deine neue Musik?

YP: Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass ich einiges gelernt habe in den letzten Jahren, ich fühle mich wesentlich erwachsener in der Hinsicht und vor allem auch selbstbewusster in dem, was ich machen kann und was ich machen möchte. Vor allem habe ich auch das Gefühl, dass ich mehr Kontrolle über das hab, was ich eigentlich machen möchte, statt mich einfach lediglich von meiner Leidenschaft mitreißen zu lassen, sondern auch diese Leidenschaft ein bisschen zu dirigieren.

SV: Gibt es ein Album, einen Song oder einen Künstler, der dich besonders beeinflusst?

YP: Da würde ich sagen der Song Under The Same Sky von MIYAVI. Großartiger Song! Jedes Mal, wenn ich ihn höre, habe ich das Gefühl dieser gewissen Freiheit und der Dazugehörigkeit.

Yu Phoenix; Pic by lightinmirror.de

SV: Würdest du sagen, dass deine musikalischen Einflüsse im J-Rock oder doch eher in der europäischen Musik liegen?

YP: Für mich definitiv J-Rock. Also, ich sag mal, 90% J-Rock. Europäische Musik habe ich meistens so gut wie nie gehört. Das liegt nicht daran, dass die Musik in irgendeiner Form schlecht ist, wir haben großartige Musiker, speziell hier in Deutschland, aber ich mag exotische Sachen sehr gerne und J-Rock ist das, was mir am meisten gegeben hat.

SV: Hat das auch was mit deiner Vorliebe für das Gaming zu tun?

YP: Absolut! Diese ganzen Leidenschaften kamen alle mehr oder weniger zusammen. Es fing an mit Manga, dann mit Anime, dann durch die Musik in den Animes kam ich zum J-Rock, durch J-Rock dann in die Musik selbst und so weiter und so fort und dann auch noch Spiele und so. Alles ist irgendwie zusammen passiert.

SV: Was ist zur Zeit das Aufregendste, an dem du arbeitest?

YP: Mhm… Das Aufregendste… Ich arbeite aktuell an einigen Projekten. Einerseits nehme ich neue Musik auf und will mich da an ein paar neuen Sachen versuchen. Andererseits will ich auch aktuell an Voice-Acting-Sachen arbeiten, wo ich auch schon einige Interessenten habe, was  Videospielen betrifft. Interessanterweise auch auf Englisch und nicht auf Deutsch, weil ich mich mittlerweile schon selbstbewusster damit fühle. 

Und dann gibt es meine Live-Streams auf Twitch, die finden natürlich immer noch statt und es kommen einige großartige Spiele raus, die ich in Kooperationen mit den Herstellern vorstellen werde, um diese Spiele den Leuten auch ein bisschen besser vorstellen zu können.

SV: Wirst du deine Musik auch mit deinem Gaming-Stream verbinden?

YP: Das ist die Idee, das ist die Idee! Meine bevorzugte Idee ist sozusagen, dass ich alles in einem Stream immer drin hab, dass ich den Leuten immer ein ganzes Programm bieten kann, wo sie diese Streams angucken können und vom Alltag abschalten können. Die bekommen Musik, die sie hoffentlich so ein bisschen in eine andere Welt entführen kann, dann die Spiele, die einen hoffentlich auch in eine andere Welt entführen können und dann in gewissen Spielen noch diese, ich sag mal, „Lesesektionen“, in denen ich dann noch ein bisschen Voice-Acten kann für die Leute, damit sie so das volle Programm haben.

SV: Ergeben sich durch deine Streams musikalische Möglichkeiten, die du andernfalls nicht hättest?

YP: Ich denke definitiv! Ich hatte zum Beispiel schon das Glück fürCAPCOM auf der GamesCon den Devil Trigger Song aus DEVIL MAY CRY 5 live zu performen und habe dies bei der deutschen Devil May Cry 5 Release Party wiederholt. Aus solchen Auftritten können sich für die Zukunft neue Chancen ergeben.

SV: Wie hat sich die Pandemie auf dein künstlerisches Schaffen ausgewirkt? Viele Künstler sagen ja, dass es sie sehr hemmt.

YP: Alles ist etwas langsamer geworden. Die meisten Leute haben in ihren Jobs natürlich mehr zu tun, kommen aber nicht wirklich raus und dementsprechend ist alles einfach nur irgendwie langsamer geworden. Für mich persönlich hat sich theoretisch nicht so viel geändert, weil ich sowieso durch die Streams von Zuhause arbeite, und die Musik sowieso. Nur natürlich irgendwie weitere Sachen zu machen, aufzunehmen oder so, dazu komme ich jetzt erst.

Yu Phoenix; Pic by lightinmirror.de

SV: Worauf können sich deine Fans bei deiner neuen Musik am Meisten freuen?

YP: Ich glaube, sie können sich am Meisten darauf freuen, dass die Musik mir persönlich treuer ist, also mehr die Richtung wird, wie ich es auch persönlich gerne haben wollte und mehr eigene Message von mir mitliefern kann. Bisher gab es ja von mir nur einen einzigen Song, den ich selbst veröffentlicht habe, das war Moonflower in 2011. Jetzt haben wir es 2021 und ich überlege vielleicht auch eine neue Version von Moonflower zu machen. Vor Kurzem habe ich auf meinem Stream den Song Save Me präsentiert. Veröffentlicht ist er noch nicht, dementsprechend war das ein Special für den Stream und viele weitere Songs sollen ja auch noch kommen, die auch sehr viele Video-Game-Inhalte haben. Für die Leute, die diese Streams auch gucken und wissen, was in diesen Spielen auch passiert, können eventuell auch aufgreifen, wo die Einflüsse herkommen und können so ein bisschen das Gefühl haben ein Teil davon zu sein. 

SV: Was sind Messages, die du mit deiner Musik transportieren möchtest?

YP: Definitiv, dass die Leute keine Scheu davor haben sollten sie selbst zu sein, also wenn jemand aussehen möchte, wie er möchte oder sein möchte, was er möchte. Es sind moderne Zeiten und die Leute sollten tun und lassen, was sie wollen, solang es niemandem Schaden zufügt. Theoretisch ist das was Selbstverständliches, von dem ich finde, dass es heutzutage noch nicht genug stattfindet. Die Leute sollten eigentlich genug Mut haben sie selbst zu sein. Das ist etwas Wichtiges, was ich den Leuten mitteilen möchte, dass sie wirklich diesen Mut haben, dass sie sich selbst als Person richtig sehen können und verwirklichen können und vor allem von nichts einschränken lassen. 

SV: Das ist ja schon eine sehr persönliche Message, die du vermitteln willst…

YP: Absolut! Zum Beispiel damals, als ich mit der Musik angefangen habe, habe ich immer im Kopf Yu Phoenix erstellt, also ich hab mir vorgestellt, wie will ich eigentlich sein, dementsprechend habe ich mich auch „Yu“ genannt, was unter anderem auf japanisch auch „Mut“ bedeuten kann. Das hat natürlich noch viele andere Bedeutungen und ursprünglich kam die Idee auch daher, dass ich mir dachte „Hey, das klingt cool.“, denn damals brauchte jeder irgendeinen coolen Namen. Als ich mich dann weiter informiert habe, was es noch bedeuten kann oder in welchen anderen Sprachen es andere Bedeutungen haben kann, fand ich, dass „Mut“ auf japanisch da schon sehr gut passt und dementsprechend wollte ich dann Yu Phoenix werden, um diesen Mut in mir selbst auferstehen zu lassen, den ich vorher nicht wirklich hatte.

SV: Wenn du eine einzige Message an deine Fans senden könntest, welche wäre es?

YP: Ich hab ein sehr altes Motto, was von einem Manga kommt. Den Manga habe ich damals auf Deutsch gelesen und das Motto war „Unter dem Himmel kein Zweiter“ aus dem Manga Vagabond. Das habe ich dann, naja… ganz eigenartig auf Englisch übersetzt in „Under Heaven no second“ [Im Original lautet das Motto „Invincible under the sun“; Anm. d. Redaktion]und das ist eigentlich auch das, was ich den Leuten gerne mitgeben möchte, dass man wirklich einzigartig wird, in dem, was man ist. Man muss nicht der Beste sein oder ähnliches, sondern einfach nur einzigartig, dass man sich selbst treu ist und sich selbst verwirklicht.

Interesse geweckt? YU PHOENIX streamt fast täglich auf Twitch und die Single Save Me erscheint am 11.11.2021.

Yu Phoenix; Pic by lightinmirror.de

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