Come Rain or Come Shine… Rockharz Tag 2

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Zum Tag 1 geht es hier.

Wie angekündigt geht es nun weiter mit den Artikeln zum diesjährigen Rockharz. Als Zweites folgt logischerweise der zweite Festivaltag. Lest im Beitrag alles zu einem kalten und ungemütlichen Tag, der durch gute Musik wieder ordentlich aufgeheizt wurde. Soviel aber schonmal vorab: Ich hab noch nie so sehr auf einem Festival gefroren, wie an diesem Tag…

An dieser Stelle auch wieder einen ganz großen Dank an lightinmirror.de für die tollen Bilder.

Ohne GRABENSCHLAMPEN geht nichts! Pic by lightinmirror.de (c) 2022

Wir sind ja nicht aus Zucker…

Mein zweiter Festivaltag begann ganz sanft, als ich von prasselndem Regen geweckt wurde. Was die regionalen LandwirtInnen sicherlich sehr gefreut hat, war definitiv nicht zum Vorteil der FestivalbesucherInnen. Wenn es in der Vorharzregion mal regnet, dann aber auch richtig. So war bis 15:00 kein Sonnenstrahl zu sehen. Das Ganze wurde dann zusätzlich noch von einem unangenehm kalten Wind begleitet, der die Temperaturen in den unteren zweistelligen Bereich drückte und bei mir ein fast schon arktisches Kältegefühl hervorrief.

Wie sagte der Wendler aber schon so schön? „EGAL!“. Das war auch das kollektiv bestimmte Tagesmotto aller Anwesenden, die sich mit diversen Methoden trocken und warm hielten. Die Händler vor Ort hatten in weiser Voraussicht Regenponchos in ihr Sortiment aufgenommen, die auch regen (hihi) Absatz fanden.

Spezieller Shout-Out auch an die Coffee-Bike-BetreiberInnen, die einen tollen Kakao angeboten haben, der teilweise sogar dann mit Pentagrammen auf dem Schaum verziert war!

Der Regen legte sich zwar im Laufe des Tages, aber die niedrigen Temperaturen und der kalte Wind hielten sich sehr hartnäckig. Meine Lehre daraus fürs nächste Jahr ist definitiv eine diversere und wärmere Garderobe einzupacken!

Faszination pur! Pic by lightinmirror.de (c) 2022

Improvisation ist alles!

Im Großen und Ganzen bot das Line-Up des Donnerstags nicht so viele sehenswerte Bands für mich. Aus diesem Grund war ich dann auch erst gegen Ende des HAMMER KING Sets vor Ort und habe auch viel Zeit auf dem Camp-Gelände verbracht.

Die erste Band, die ich bewusst angeschaut habe, waren UNZUCHT. Hier kann man aber auch nicht wirklich von einer Band sprechen, denn Corona macht auch vor Musikern nicht halt. So kam es, dass es statt eines vollwertigen Auftritts „nur“ ein kurzfristig organisiertes Akustik-Set gab. Man kann sich jetzt darüber streiten, ob es besser gewesen wäre so kurz vor knapp, noch eine andere Metal-Band zu buchen. Ich persönlich fand eine wundervolle Lösung eines hässlichen Problem, das den Tag auch echt aufgelockert hat. Der Stimmung hat es jedenfalls keinen Abbruch getan.

Da Kontraste bekanntlich alles sind (also hab ich mal gehört…), folgte auf das entspannte Akustik-Set ein schwedisches Black Metal Inferno. DARK FUNERAL sind eine Größe ihres Genres, zumindest für mich, und sie wieder live zu sehen, war einfach wundervoll. Das hat auch auf eine sehr poetische Art mit dem nass-kalten Wetter zusammengepasst!

Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass sie in diesem Line-Up etwas verloren waren und das Publikum auch eigentlich nicht ihres war. Black Metal ist schon speziell, vor allem, wenn man es sonst nicht hört. Ich schätze es sehr, dass man seitens des Festivals versucht ein möglich diverses Line-Up zu schaffen, aber die Bands müssen, meiner Meinung nach, auch untereinander zusammen passen. Mit UNZUCHT vorher und GOITZSCHE FRONT im Anschluss ging das musikalische Können der Schweden etwas unter, weil die Gegensätze musikalisch einfach zu groß waren.

THUNDERMOTHER; Pic by lightinmirror.de (c) 2022

Umso genialer fand ich dann den Auftritt der Band THUNDERMOTHER. Das schwedische Rock-Quartett hatte an diesem Tag sehr viel gegen sich: Wetter, Flugverspätungen und dann verlor die Lufthansa auch noch deren Gepäck… Netterweise fanden sich andere MusikerInnen, die den Powerfrauen Instrumente liehen, sodass sie doch noch eine bombastische Show spielen konnten. 

Es war für mich das erste Mal die vier live und in Farbe zu erleben und ich war echt von der schieren Energie beeindruckt. Die Songs sind schnell, kraftvoll und Sängerin Guernica Mancini hat eine Stimme, die sich nicht hinter anderen großen Sängerinnen der Szene verstecken muss. 

Wer sich das noch nie live angeschaut hat, hat echt etwas verpasst!

Nicht verpassen sollte man auch die Gelegenheiten, wenn sich DARK TRANQUILLITY die Ehre geben. Die Vertreter der Göteborger Schule haben mich live noch nie enttäuscht und ich war unglaublich glücklich sie wieder live zu sehen. Mit ihrem letzten Album Moment haben sie mich durch die Pandemie begleitet und als sie auch Phantom Days spielten, war es ganz vorbei. Das Set war geprägt von der typischen Emotionalität in der Stimme von Mikael Stanne, der für mich persönlich zu den besten Clean- und Growl-Sängern der Szene aktuell zählt.

Falls ihr das jetzt noch nicht gemerkt haben solltet, sag ich es auch ganz ehrlich: Spielt eine Band Melodic Death Metal, bin ich schon zu 90% on board. Umso mehr freue ich mich nach diesem Auftritt auch auf die Double Headliner Tour von AMORPHIS und ELUVEITIE, bei der DARK TRANQUILLITY auch dabei sein werden.

DARK TRANQUILLITY; Pic by lightinmirror.de (c) 2022

Eine Überraschung des Abends boten für mich dann SUBWAY TO SALLY. Ihr letztes Album Hey! und die dazugehörige Tour hatten mich damals so gar nicht abgeholt und dementsprechend hatte ich auch nicht so hohe Erwartungen an ihren Auftritt. Aber zum Glück hab ich da echt getäuscht! Sie haben quasi ein Nostalgie-Set gespielt, was einen Großteil meiner Lieblingssongs von ihnen enthielt. Ich sag euch, es gibt kaum ein so geniales Lied über einen grausamen Mord, wie Arme Ellen Schmitt! Zum Auftritt beigetragen haben auch die Feuer-Einlagen. Wenn man den ganzen Tag friert, ist es ein wahrer Segen nahe an der Bühne zu stehen, wenn mit Feuer gearbeitet wird!

Apropos Feuer: Ich habe noch keinen Auftritt von POWERWOLF auf dem Rockharz erlebt, ohne dass dieses zivilisatorische Grundelement verwendet wurde. Zugegeben, ich bin kein Fan der Band und ich finde auch, dass man auch mal einen anderen Headliner buchen könnte, denn gefühlt sind POWERWOLF bei jedem Rockharz dabei, aber die Jungs können eben auch Stimmung machen. 

Die Menge war einfach euphorisch. Man hätte da oben alles machen können, und es wäre gefeiert worden. POWERWOLF bedienen für mich so ein tief menschliches Bedürfnis nach Spiritualität ohne Glauben. In einer Zeit, in der mehr Kirchenaustritte als Eintritte verzeichnet werden, schießen sie eine spirituelle Lücke mit gutem Metal. Das bewundere ich schon irgendwie. Andererseits hab ich mich auch einfach satt gehört, wenn man das so sagen kann. Die Stimmung war mega, aber musikalisch war es für mich nichts.

Frierend und todmüde habe ich dann vor KNASTERBART den Heimweg angetreten. Für den After-Headliner-Slot war ich dann einfach zu müde…

Das war dann auch schon Tag 2! Ob ich zwischenzeitlich erfroren bin oder ob ich es doch noch irgendwie zu Tag 3 geschafft hab und was ich dort vielleicht erlebt habe, lest ihr im kommenden Teil der Rockharz-Serie!

POWERWOLF; Pic by lightinmirror.de (c) 2022

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